Autor: rk

Alenia, Aermacchi MB-339

Alenia Aermacchi MB-339
Mitte der 1950er Jahre begann man bei Aeronautica Macchi in Varese unter der Projektbezeichnung MB-326 mit der Entwicklung eines modernen Trainingsflugzeugs mit Strahlantrieb. Neben der Pilotenausbildung sollte das neue Flugzeug auch als leichtes Erdkampfflugzeug eingesetzt werden können. Am 10. Dezember 1957 startete der erste Prototyp zu seinem Jungfernflug und im Mai 1962 konnte die italienische Luftwaffe die ersten Maschinen in den Dienst nehmen. Im italienischen Varese verliessen rund 270 MB-326 die Fertigungshallen und weitere 530 Maschinen wurden in verschiedenen Versionen bei anderen Unternehmen in Lizenz gefertigt. Aus dem Wunsch einer leistungsfähigeren Maschine entstand die MB-339, die am 12. August 1976 zum Erstflug startete. Die MB-339 wurde im August 1979 bei der italienischen Luftwaffe eingeführt und steht heute in vielen Luftwaffen als Strahltrainer und leichtes Erdkampfflugzeug im Einsatz. Von der MB-339 wurden seit 1978 rund 213 Flugzeuge produziert, alleine für die italienische Luftwaffe 100 Maschinen, die sie auch als MB-339PAN bei den legendären Frecce Tricolori einsetzt.
Alenia Aermacchi MB-339CD (Foto: Alenia)
Hauptkonstruktionsmerkmale der MB-339
Bei der MB-339 handelt es sich um einen klassischen Tiefdecker, bei dem die beiden Piloten in einem Tandemcockpit platz finden. Damit der Fluglehrer eine bessere Sicht nach vorne hat, wurde der hintere Sitz leicht erhöht angeordnet. Gegenüber des Vorgängers wurde der Bugbereich umkonstruiert, damit die Sichtverhältnisse für den Flugschüler verbessert werden konnte. Die beiden Piloten sitzen auf IT10F Martin Baker Schleudersitzen. Gegenüber der MB-326 musste auch das Seitenleitwerk vergrössert werden. Bei der Basisversion MB-339A diente als Antrieb das britische Rolls Royce Viper 632 Strahltriebwerk mit einer Schubkraft von 17,8 kN. Bereits die MB-339B wurde mit einem schubstärkeren Viper 680-43 mit 19,57 kN ausgerüstet und ab dem 17. Dezember 1985 ging die MB-339C in die Flugerprobung, welche mit einer modernen Angriffselektronik und einem GEC AD-660 Bordradar ausgerüstet wurde und neben der Hauptaufgabe als Schulflugzeug auch als Erdkampfflugzeug eingesetzt werden kann. Die MB-339 hat für die Aufnahme von Übungsmunition und Kampfmitteln sechs Unterflügelstationen, die mit unterschiedlichsten Waffen behängt werden können.
Alenia Aermacchi MB-339A PAN (Foto: Italian Air Force)
Einsatz der MB-339
Die MB-339 mauserte sich über die Jahre hinweg zu einem der beliebtesten Jettrainer, der neben dieser Hauptfunktion auch als leichtes Angriffsflugzeug eingesetzt werden kann. Neben der italienischen Luftwaffe wurden die MB-339 von acht weiteren Nationen eingeführt. Die MB-339 ist ein ideales Schulflugzeug, um die angehenden Kampfjetpiloten auf das Einsatzmuster vorzubereiten, zusätzlich kann die Maschine vortrefflich als Schulflugzeug für Erdkampfaufgaben eingesetzt werden. Viele kleinere Luftwaffen setzen die MB-339 als vollwertiges Angriffsflugzeug ein und behängen die sechs Aussenstationen mit modernsten Maverick Flugkörpern und Laser gesteuerten Freifallbomben. Die Maschine kann auch mit dem Anti-Schiffs-Flugkörper OTO Melara Marta 2 oder dem AS 34 Kormoran gegen Schiffsziele eingesetzt werden. Der Stückpreis der MB-339 liegt bei rund 15 Millionen US Dollar.
Alenia Aermacchi MB-339CD (Foto: Alenia)
Technische Daten: Alenia Aermacchi MB-339
Land: Italien
Verwendung: Schulflugzeug, leichtes Angriffsflugzeug
Triebwerk: 1 Rolls Royce Viper 680-43
Schubkraft: 19,57 kN, 1996 kp Standschub
Besatzung: 2 Piloten
Erstflug MB-339A: 12. August 1976, Erstflug MB-339C: 17. Dezember 1985
Länge: 11,24 m
Spannweite: 11,22 m
Höhe: 3,99 m
Flügelfläche: 19,30 m²
Spannweite Höheleitwerk: 4,08 m
Radstand: 4,37 m
Spurweite: 2,48 m
Rüstmasse: 3310 kg
Tankinhalt: 1388 kg
Maximale Waffenlast: 2040 kg
Normale Startmasse: 4635 kg
Maximale Startmasse: 6350 kg
Höchstgeschwindigkeit NN: 902 km/h
Höchstgeschwindigkeit 10.975 m: 834 km/h
Steiggeschwindigkeit: 37,1 m/s
Steigzeit auf 9145 m: 6 Minuten 42 Sekunden
Dienstgipfelhöhe: 14.630 m
Einsatzradius 4 Mk.82, 2 325 L Zusatztanks Low-Low-Low: 371 km
Einsatzradius 4 Mk.82, High-Low-High: 500 km
Normale Reichweite: 1965 km
Überführungsreichweite: 2200 km
Startrollstrecke: 465 m
Startrollstrecke bei MTOM: 914 m
Landerollstrecke: 415 m
G-Limiten: +8, -4
Bewaffnung: An sechs Unterflügelstationen ungelenkte sowie gelenkte Bomben, Sidewinder Air to Air Flugkörper, Maverick AGM-65 Luft-Boden-Flugkörper, Anti-Schiffs-Flugkörper OTO Melara Marta 2 oder dem AS 34 Kormoran.
Tragkraft: An den vier inneren Stationen je 454 kg und an den zwei äusseren Stationen je 340 kg.
Text: Robert Kühni

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