Autor: rk

Die Focke Wulf Fw-187

 

Focke-Wulf Fw 187 A-0 Falke

 
1936 machte sich das Konstruktionsbüro von Focke-Wulf an den Entwurf eines einsitzigen Jagdflugzeuges mit zwei Motoren. Unter der Anleitung von Oberingenieur Blaser, der als Assistent von Kurt Tank fungierte, entstand ein schlanker Tiefdecker mit zwei grossen Triebwerkgondeln für den neuen Daimler Benz DB 600 mit einer Leistung von 960 PS. Bei der ersten Serienmaschine dienten zwei 680 PS starke Junkers Jumo 210Da Motoren als Antrieb, da der Daimler Benz noch nicht in grösseren Stückzahlen aus der Serienfertigung verfügbar war. Die Focke-Wulf Fw 187 V1 (D-AANA) absolvierte im Frühjahr 1937 ihren ersten Flug und erreichte auf einer Höhe von 4000 Metern bereits eine beachtliche Geschwindigkeit von 525 km/h. Die einmotorige Messerschmitt BF 109B-0 war mit dem gleichen Motor mehr als 40 km/h langsamer. Die Konstruktion war vergleichbar mit der in England gebauten Westland P.9 Whirlwind und der in den Vereinigten Staaten entwickelten Lockheed 22. Diese Flugzeuge sollten als Langstrecken Begleitjäger für weitreichende Bomberverbände zum Einsatz kommen.
 

 

Die Deutsche Führung hielt es nicht für nötig, solche Flugzeuge in Produktion zu nehmen, da sie der trügerischen Ansicht war, dass die neuen, schnellen Bomber keine Begleitjäger bräuchten. Oberst Wolfram von Richthofen, der als Visionär der modernen Luftkriegsführung galt, billigte jedoch die Idee, Jagdflugzeuge mit zwei Motoren in Entwicklung zu nehmen, so konnte Focke-Wulf drei Versuchsflugzeuge bauen. Der zweite Prototyp ging im Sommer 1937 an den Start, die Maschine war mit sechs Maschinengewehren MG17 bestückt, die in den Rumpfseitenwänden hinter der Kabine eingebaut waren. Am 14. Mai 1938 stürzte die erste Versuchsmaschine über dem Werkgelände in Bremen während eines tiefen Überfluges mit hoher Geschwindigkeit ab. Höchstwahrscheinlich geriet die Maschine beim abrupten Hochziehen in einen überzogenen Flugzustand.
 

 

 

Focke-Wulf Fw 187 A-0 Falke

 

hintereinander liegenden Sitzen ausgestattet, da man das Flugzeug nun in der Zerstörer-Rolle einsetzen wollte und zusätzlich einen Funker mitführen musste. Die V3 (D-ORHP) währte nur kurz: sie ging durch Motorüberhitzung mit anschliessendem Landeunfall zu Bruch. Bei der V3 wurde der Rumpf in Teilen umkonstruiert, die Motorträger wurden verlängert und die Motorgehäuse mussten neu gestaltet

folgten die Prototypen V4 (D-OSNP) und V5 (D-OTGN) mit einem Junkers Jumo 210Da Triebwerk. Für das sechste Versuchsflugzeug erhielt Focke-Wulf endlich den ursprünglich vorgesehenen Motor von Daimler Benz, der flüssigkeitsgekühlte DB 600A mit seinen kraftvollen 1000 PS verlieh der V6 eine sensationelle Geschwindigkeit von 635 km/h im Geradeausflug.

 

 

Anstelle der Stirnkühler erhielt diese Maschine eine im Flügel eingebaute Oberflächen-Verdampfungskühlung. Kurt Tank ist für revolutionäre Konstruktionsansätze zur Reduzierung des Luftwiderstandes hauptsächlich im Motorenbereich bekannt, diese Konstruktionsweise konnte jedoch nicht zur Serienreife entwickelt werden, da die Wärmeabführung zu Deformationen am Flügel führten. Im Sommer 1939 baute Focke-Wulf noch drei Vorserienflugzeuge des Typs Fw 187A-0 mit Jumo 210Ga Motoren.Die Bewaffnung bestand aus zwei 20 mm MG FF Maschinengewehren und vier 7,92 mm MG 17. Die drei Maschinen wurden bis zu ihrer Rückbeorderung nach Bremen im Jagdgeschwader 77 in Verlose, Norwegen eingesetzt. In Bremen wurden die drei Fw 187A-0 in die werkseigene Industrie Schutzstaffel eingebunden und wurden von Testpiloten bis zum Oktober 1943 gegen amerikanische Bomberverbände eingesetzt.
 

 

 

Technische Daten Focke-Wulf Fw 187 A-0 Falke

 

Hersteller: Focke Wulf, Deutschland
Verwendung: Einsitziges Jagdflugzeug mit zwei Motoren
Antrieb: Daimler Benz DB 600A
Startleistung: 1000 PS
Besatzung 1 Mann
Erstflug: Frühjahr 1937

 

 

 

Spannweite 15,3 m
 Länge 11,12 m
Höhe 3,90 m
Flügelfläche: 30,4 m²
Leergewicht: 3700 kg
Startgewicht 5000 kg
Maximale Geschwindigkeit 635 km/h
Steiggeschwindigkeit 25 m/s
Steigzeit auf 6000 m: 5,8 Minuten
Dienstgipfelhöhe 10'000 m

Bewaffnung: zwei 7,92 mm MG 17 Maschinengewehre; zwei 20 mm MG/FF Maschinenkanonen

 

 

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