Mehr Passagiere im Juli 2026 in Deutschland

26.08.2026 PS
Eurowings Airbus A320 Take Off in München
Eurowings Airbus A320 Take Off in München (Foto: Flughafen München)

Im Juli 2026 nutzten 21,75 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Gegenüber dem Vormonat Juni stieg das Aufkommen saisonbedingt um 1,98 Millionen Passagiere.

Erstmals seit Mai lag das Passagieraufkommen damit wieder über dem Vorjahresniveau – mit einem Plus von 0,9% allerdings nur knapp. Das teilte der Flughafenverband ADV am Vormittag mit. Zeitgleich senkte der ADV seine Verkehrsprognose 2026. Mehr dazu hier.

Das Vorkrisenniveau bleibt weiterhin deutlich außer Reichweite: Gegenüber Juli 2019 fehlen noch 12,1% der Passagiere. Die Recovery-Rate liegt bei 87,9%.

Bemerkenswert ist die gegenläufige Entwicklung beim Flugangebot: Während die Passagierzahl leicht steigt, sinkt die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen gegenüber Juli 2025 um 1,8%. Das leichte Passagierwachstum wird somit nicht durch zusätzliche Flüge getragen, sondern durch eine höhere Verkehrsleistung je Flug.

Passagiere: 21,75 Millionen Passagiere nutzten im Juli die deutschen Flughäfen. Gegenüber Juli 2025 stieg das Lokalaufkommen um +0,9%. Im Vergleich zum Juli 2019 fehlen weiterhin -12,1% der Reisenden.

Cargo: Das Luftfrachtaufkommen erreichte 430.831Tonnen. Gegenüber Juli 2025 entspricht dies einem Wachstum von +2,8%, gegenüber Juli 2019 von +8,9%.

Flugbewegungen: Mit 174.317 gewerblichen Starts und Landungen lag die Zahl der Flugbewegungen -1,8% unter dem Vorjahreswert. Gegenüber 2019 wurden 82,5% der gewerblichen Flüge erreicht.

Der Juli im Blick – Sommerreiseverkehr sorgt für leichtes Plus, Trendwende bleibt aus

Nach dem deutlichen Rückgang im zweiten Quartal kehrt der Passagierverkehr im Juli mit einem Plus von 0,9 % knapp auf den Wachstumspfad zurück. Für eine nachhaltige Trendwende reicht dies jedoch noch nicht.

Getragen wird die Entwicklung vor allem vom Europaverkehr (+1,5 %). Auch der Interkontinentalverkehr stabilisiert sich nach den deutlichen Rückgängen der Vormonate und erreicht mit +0,2 % wieder annähernd das Vorjahresniveau. Der innerdeutsche Verkehr bleibt dagegen mit -2,2 % rückläufig.

Damit zeigt sich im Juli ein differenziertes Bild: Europa sorgt für Wachstum, die Langstrecke stabilisiert sich, der innerdeutsche Markt bleibt strukturell schwach.

Innerdeutsch: Im Juli nutzten 2,08 Millionen Passagiere den innerdeutschen Luftverkehr. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von -2,2%. Im Vergleich zum Juli 2019 (50,0%) fehlt genau die Hälfte der Passagiere.

Europa: Im Europaverkehr wurden 15,75 Millionen Passagiere gezählt. Die Recovery-Rate liegt bei 95,6%. Gegenüber Juni stieg das Aufkommen um 1,39 Millionen Passagiere, im Vergleich zum Juli 2025 um +1,5%.

Interkontinental: Mit 3,89 Millionen Passagieren lag die Nachfrage deutlich über dem Vormonat (+574.091 Passagiere). Gegenüber Juli 2025 erhöhte sich das Aufkommen um +0,2%. Die Recovery-Rate springt wieder auf 97,7%.

Das Jahr im Blick – Deutschland bleibt 2026 bislang ohne Passagierwachstum

Von Januar bis Juli 2026 nutzten 119,43 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Trotz des leichten Plus im Juli liegt das Passagieraufkommen im bisherigen Jahresverlauf weiterhin 0,5 % unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber 2019 fehlen sogar 16,0 %. Die Recovery-Rate beträgt lediglich 84,0 %.

Noch deutlicher ist die Lücke beim Flugangebot: Die Zahl der gewerblichen Starts und Landungen liegt von Januar bis Juli 3,8 % unter dem Vorjahreswert und erreicht lediglich 77,9 % des Vorkrisenniveaus. Passagieraufkommen und Flugbewegungen entwickeln sich damit zunehmend auseinander.

Dies zeigt zugleich die gestiegene Produktivität des eingesetzten Flugangebots: Mit deutlich weniger Flügen werden mehr Passagiere je Flug befördert. Größeres Fluggerät, höhere Sitzplatzkapazitäten und eine bessere Auslastung kompensieren einen Teil des fehlenden Angebots. Sie können jedoch ein nachhaltiges Wachstum von Angebot und Konnektivität nicht ersetzen.

Die Erholung bleibt durch ein schwieriges Umfeld gebremst. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Standort- und Energiekosten, die schwache Konjunktur, eine zurückhaltende Konsumnachfrage sowie angebotsseitige Einschränkungen belasten die Verkehrsentwicklung.

Der Juli verbessert damit das Bild, markiert aber noch keine Trendwende. Im bisherigen Jahresverlauf bleibt der Europaverkehr das einzige Marktsegment mit Wachstum. Der innerdeutsche und der interkontinentale Verkehr bremsen dagegen die Gesamtentwicklung.

Verteilung der Marktsegmente im Jahresverlauf:

Innerdeutsch: 13,14 Millionen Passagiere flogen innerdeutsch. Das sind -2,3% weniger als im Vorjahr und lediglich 48,4% des innerdeutschen Aufkommens von Januar bis Juli 2019.

Europa: Im Europaverkehr wurden 83,32 Millionen Passagiere gezählt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies +0,8%. Im Vergleich zu 2019 liegt die Recovery-Rate bei 92,8%.

Interkontinental: Das Interkontaufkommen erreichte 22,80 Millionen Passagiere. Gegenüber dem Vorjahr ging die Nachfrage um -3,9% zurück. Die Recovery-Rate sank auf 92,3%.

Cargo-Aufkommen – Luftfracht wächst in allen Kennzahlen stabil

Im Juli 2026 verzeichneten die deutschen Flughäfen ein Luftfrachtaufkommen von 430.831 Tonnen (an + ab). Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einem Plus von 2,8 %, gegenüber Juli 2019 sogar einem Zuwachs von 8,9 %. Sowohl die Einladungen als auch die Ausladungen entwickelten sich positiv.

Die Luftfracht bleibt damit 2026 der stabilste Wachstumsbereich des deutschen Luftverkehrs. Cargo wächst sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch deutlich gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2019.

Ausladungen: Die Ausladungen stiegen um +1,0% auf 207.683 Tonnen. Gegenüber 2019 sind das +9,7%.

Einladungen: Die Einladungen erreichten 223.148 Tonnen. Das entspricht einem Anstieg von +4,6% gegenüber 2025 und von +8,2% gegenüber 2019.

Januar bis Juli 2026: Das Luftfrachtaufkommen summierte sich auf insgesamt 2.819.350 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum von +3,3%, gegenüber 2019 von +4,1%. Im Jahresverlauf stiegen sowohl die Ausladungen (+3,9%) als auch die Einladungen (+2,7%).

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