Flughafen Düsseldorf will innerhalb bestehender Kapazitäten wachsen
Der Düsseldorfer Flughafen legt bei seiner weiteren Entwicklung einen klaren Schwerpunkt auf nachhaltiges Wachstum, betriebliche Effizienz und die Interessen seiner Anwohner.
Mit dem im Dezember 2025 beim zuständigen Landesverkehrsministerium eingereichten Antrag auf Anpassung des laufenden Planfeststellungsverfahrens verbindet der Airport diese Ziele mit verlässlichen Rahmenbedingungen für Fluggesellschaften. Sie sichern die internationale Anbindung des Wirtschaftsraums NRW, bieten Reisenden ein attraktives Streckennetz, schaffen hochwertige Arbeitsplätze und bekennen sich zum Ziel eines klimaneutralen Luftverkehrs. Am 2. September beginnt die öffentliche Auslegung des geänderten Antrags. Anwohner haben die Möglichkeit, sich umfassend über den Antrag zu informieren und ihre Sicht in das Verfahren einzubringen.
Zentrale Änderung: Bestehende Bewegungsobergrenze bleibt
Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens: „Der Kern unseres geänderten Antrags ist die intelligente, flexible Nutzung bestehender Kapazitäten – nicht deren Ausweitung. Die bestehende Kapazitätsobergrenze bleibt erhalten. Damit schaffen wir einen verlässlichen Rahmen und stärken den Anwohnerschutz. Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass der Flughafen als Wirtschaftsmotor, Jobmaschine und Tor zur Welt auch künftig erfolgreich sein kann."
Der geänderte Antrag des Airports beruht auf einer aktuellen Luftverkehrsprognose für das Jahr 2040 und einer darauf aufbauenden Betrachtung der Auswirkungen auf die Umgebung des Flughafens. Die bestehende Obergrenze von 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten bleibt unverändert bestehen. Innerhalb dieses Rahmens soll der Anteil des Linien- und Charterverkehrs von 122.176 auf maximal 128.000 Flugbewegungen steigen. Für den übrigen Verkehr sind mindestens 3.000 Bewegungen vorgesehen. Das heißt: Eine weitere Fokussierung auf die Verkehre, die für Menschen und Unternehmen in der Region Mobilität und Verbindungsqualität garantieren.
Intelligente Nutzung der vorhandenen Infrastruktur unterstützt stabilen Flugbetrieb und beugt Verspätungen vor
Der Airport verfolgt das Ziel, den Flugbetrieb innerhalb dieser Grenzen effizienter steuern und Engpässe minimieren zu können. Bereits heute darf der Flughafen tagsüber zwischen 06 und 22 Uhr an insgesamt 56 Stunden pro Woche beide Start- und Landebahnen nutzen. Für diese Zeiträume beantragt der Airport weiterhin, künftig bis zu 60 statt bisher 47 Flugbewegungen koordinieren zu können. Verkehrsspitzen können so besser gesteuert und Flugangebote zeitlich näher an der Nachfrage ausgerichtet werden. Gleichzeitig beantragt der Flughafen mehr Flexibilität bei der Nutzung des Zweibahnsystems. Die Nutzung der Zweibahnstunden soll künftig in Folge unvorhersehbarer Ereignisse wie zum Beispiel Gewitter oder Engpässen im Luftraum anpassbar sein. Dies würde es ermöglichen, zusätzlichen Verspätungen entgegenzuwirken und Abläufe zu stabilisieren.
Unverändert strenge Regeln zum Schutz der Anwohner
Im europäischen Vergleich gehört Düsseldorf zu den Verkehrsflughäfen mit den stärksten Betriebsbeschränkungen zum Schutz der Anwohner. Die Nachtflugregeln bleiben unverändert: Zwischen 22 und 23 Uhr dürfen maximal 33 Landungen pro Tag geplant werden. Planmäßige Starts sind in dieser Stunde nicht zulässig. Starts sind erst ab 6:00 zulässig. Zwischen 23 und 6 Uhr dürfen im Linien- und Charterverkehr grundsätzlich keine Flugbewegungen geplant werden. Damit hat der Düsseldorfer Flughafen schon heute kürzere Betriebszeiten als deutsche und europäische Flughäfen, an denen zum Teil ein 24 Stundenbetrieb wie in Köln/Bonn und Münster/Osnabrück möglich ist, oder wo Starts und Landungen zwischen 5 und 23 Uhr erfolgen können.
Weniger nächtliche Verspätungen bei steigendem Verkehr
Mit seinem Qualitätsprogramm „Off-Block" hat der Airport bereits dazu beigetragen, die Pünktlichkeit am Standort deutlich zu verbessern. Die Zahl verspäteter Landungen in der Nacht sank 2024 um sieben Prozent und 2025 erneut um mehr als fünf Prozent – obwohl das Verkehrsaufkommen in beiden Jahren zusammen um insgesamt rund 5,5 Prozent gestiegen ist. Das zeigt: Mehr operative Stabilität und ein konsequentes Qualitätsmanagement kommen auch dem Anwohnerschutz zugute.
Konkrete Fortschritte beim Lärmschutz – Mehr Flugzeuge, weniger Lärm
Ein Blick auf die Lärmentwicklung seit Anfang der 90er Jahre zeigt, dass die Lärmbelastung rund um den Flughafen durch den Einsatz moderner Flugzeuge seitdem um mehr als die Hälfte gesunken ist, obwohl die Anzahl der Flugbewegungen im gleichen Zeitraum um rund 25 Prozent gestiegen ist. Der Flughafen setzt in seiner Entgeltordnung gezielte finanzielle Anreize für den Einsatz moderner, leiser und emissionsarmer Flugzeuge. Die Lärmzuschläge sind stark nach Tages- und Nachtzeiten differenziert und wachsen in Richtung der Tagesrandzeiten und der Kernnacht immer stärker an und betragen in der Spitze das 44-Fache der Lärmzuschläge am Tag. Zudem schützt der Airport seine Anwohner mit seinem Schallschutzprogramm, das er seit über zehn Jahren auf freiwilliger Basis fortführt. Seit 2003 hat der Düsseldorfer Airport über 78 Millionen Euro in bauliche Schallschutzmaßnahmen in seiner Nachbarschaft investiert.
Flughafen Düsseldorf