Autor: rk

Stampe et Vertongen S.V.4

Stampe et Vertongen S.V.4

Stampe et Vertongen S.V.4 (Foto: J. Klank)

Die Stampe S.V.4 ist ein zweisitziges Schul- und Reiseflugzeug aus den 1930er Jahren, die Stampe wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg als Schulflugzeug für die französische Luftwaffe in grossen Stückzahlen produziert. Die Stampe freut sich auch heute noch einer grossen Beliebtheit und ist vergleichbar mit der Bücker Jungmann.


Die belgische Flugzeugfabrik Stampe et Vertongen wurde im Jahr 1922 gegründet, ihr Hauptsitz war in Antwerpen. Die Unternehmung baute zwischen 1922 und 1932 nur mit mässigem Erfolg Doppeldecker für das belgische Militär, die Firma hatte auch das Vertriebsrecht für die sehr erfolgreiche De Havilland Tiger Moth. Der grosse Wurf gelang Stampe et Vertongen mit einem Flugzeug aus der Feder des Konstrukteurs Georges Ivanow, dieser entwickelte mit der S.V.4 ein Doppeldeckerschulflugzeug, das zwischen 1933 und 1955 in grossen Stückzahlen gebaut wurde. In der Vorkriegszeit produzierte Stampe et Vertongen leidglich 38 S.V.4 und S.V.4 B, dann musste die Produktion kriegsbedingt eingestellt werden. Jedoch schon vor dem Zweiten Weltkrieg begann sich das französische Armeeministerium für die S.V.4 zu interessieren und gab 600 Einheiten der französischen Variante S.V.4 C in Auftrag. 50 hätten in Belgien produziert werden sollen und 550 bei Farman in Frankreich. Aus dieser Bestellung wurden in Frankreich nur noch sechs S.V.4 C gebaut. Das neue Flugzeug lehnte sich stark an den Konstruktionsmerkmalen und den Eigenschaften der britischen Tiger Moth an, diese wurde von Stampe et Vertongen über einige Jahre hinweg als Vertriebspartner betreut. Die S.V.4 Stampe et Vertongen absolvierte am 17. Mai 1933 ihren Jungfernflug. Ab 1945 wurden 701 S.V.4 C durch S.N.C.A du Nord für Frankreich gebaut. 150 S.V.4 C wurden durch das Atelier Industriel de l’Air d’Alger für Algerien gefertigt und 66 S.V.4 B für Belgien, diese wurden bei Stampe et Renard gebaut. Von der Stampe S.V.4 verliessen bis am 7. Oktober 1955 insgesamt 961 Maschinen die Endfertigungsstrassen. Heute fliegen weltweit noch mehr als 100 Exemplare von der Stampe.

Hauptkonstruktionsmerkmale der Stampe et Vertongen S.V.4

Bei der Stampe et Vertongen S.V.4 handelt es sich um einen Doppeldecker mit Normalleitwerk. Das Hauptfahrwerk ist fest und mit mechanischen Bremsen ausgerüstet. Das Spornrad kann ebenfalls nicht eingefahren werden und ist nicht lenkbar. Die Haupträder verfügen über eine mechanisch betätigte Scheibenbremse. Der Rumpf ist eine konventionelle Holzkonstruktion, die mit Stoff bespannt ist. Die Tragflächen und Leitwerkflächen sind ebenfalls aus Holz und stoffbespannt. Die beiden Piloten sitzen in einem offenen Cockpit hintereinander. Das Modell S.V. 4C ist mit einem 145 PS starken 4-Zylinder-Motor Renault P-PEI, der hängend eingebaut ist, ausgestattet. Der Renault Motor wird mit Pressluft aus einer Pressluftflasche gestartet, diese befindet sich an Bord und wird durch einen kleinen, vom Motor betriebenen Kompressor immer wieder nachgefüllt. Falls nach mehreren erfolglosen Startversuchen die Flasche leer ist, kann der Motor wie bei den meisten Kolbenmotorflugzeugen auch von Hand angeworfen werden.

Flugeigenschaften der Stampe

Die Stampe war ein ausgezeichnetes Schulflugzeug und war vergleichbar mit der deutschen Bücker Jungmann und eben der britischen Tiger Moth, von der sie auch abstammte. Das Flugzeug war kunstflugtauglich und konnte für diesen Ausbildungsschritt bei den Militärpiloten verwendet werden. Modelle mit Trockensumpfschmierung sind auch rückenflugtauglich, diese Eigenschaft braucht man mehr im Kunstflug als beim Militärpilotentraining. Auch heute noch fliegen viel Stampe in Privatbesitz, dies ist das beste Zeugnis für die solide Konstruktion dieser Maschine.  

Technische Daten: Stampe et Vertongen S.V.4

Verwendung: Zweiplätziges Sport- und Schulflugzeug
Land: Belgien

Triebwerk S.V.4 B: 1 Vierzylinder Reihenmotor de Havilland Gipsy Major
Startleistung: 130 PS
Triebwerk S.V.4 C: 1 Renault 4 Pei
Startleistung: 140 PS
Erstflug: 17. Mai 1933
Besatzung: Zwei Mann

Abmessungen:

Spannweite: 8,39 m

Länge: 6,97 m

Höhe: 2,78 m

Massen:

Leermasse: 529 kg

Maximales Startgewicht: 770 kg

Leistungen:

Maximale Geschwindigkeit: 198 km/h

Reisegeschwindigkeit: 140 km/h

Steiggeschwindigkeit: 4,20 m/sec

Dienstgipfelhöhe: 5.000 m

Reichweite: 280 km

Reichweite maximal: 1.720 km

Startstrecke: 260 m

Landestrecke: 575 m

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