Sikorsky S-38

15.02.2026 EK
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Sikorsky S-38 (Archiv: Eberhard Kranz)

Die Sikorsky S-38 war ein Amphibienflugzeug das Ende der 1920er Jahre auf den Markt kam und als Verkehrsflugzeug zu dieser Zeit sehr erfolgreich war.

Igor Iwanowitsch Sikorsky baute bereits 1913 in Russland im Russisch-Baltischen Waggonwerk in Petersburg das erste viermotorige Flugzeug der Welt, „Le Grand“, später „Russki Witjas“, mit vier wassergekühlten Argus Reihenmotoren mit je 100 PS (75 kW) Startleistung. Der leistungsstarke Doppeldecker mit 27,0 m Spannweite (Oberer Flügel) stellte zum Beispiel am 2. August 1913 einen Weltrekord auf, in dem er mit sieben Passagieren und zwei Mann Besatzung eine Stunde und 54 Minuten in der Luft blieb. Die Weiterentwicklung „Ilja Murowez“ wurde als schwerer Bomber im Ersten Weltkrieg seitens der russischen Luftstreitkräfte gegen deutsche und österreichische Ziele in Galizien und Ostpreußen eingesetzt. Die Maschinen erwiesen sich als sehr robust und von den insgesamt gebauten 73 Exemplaren, gingen nur zwei durch Abschüsse verloren. Sikorsky plante noch eine Weiterentwicklung, die „Alexander Newski“, die aber durch die Revolution 1917 bedingt, nicht mehr beendet werden konnte. 1919 verließ Sikorsky Russland zu einem, von den neuen sowjetischen Machthabern genehmigten Studienaufenthalt in die USA, wo er sich mit den modernsten Technologien im Flugzeugbau vertraut machen sollte. Die ihn erreichenden Nachrichten aus der Heimat über den Beginn des blutigen Bürgerkriegs und des im Chaos versinkenden Russlands, veranlassten ihn aber, in den USA zu bleiben und sich dort als Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer zu etablieren und so begann Sikorsky, nachdem er den dortigen Markt studiert hatte, noch 1919 mit der Entwicklung und dem Bau seines ersten Flugzeugs in den USA, der S-29-A, das A stand für Amerika, weil es das erste Sikorsky Flugzeug, das in den USA entwickelt und gebaut wurde war. Es war ein zweimotoriges Verkehrsflugzeug, das unter primitivsten Bedingungen auf der Utgoff-Farm, einer Geflügelfarm in Roosevelt Field in Long Island, gebaut wurde. Seine Mitstreiter beim Bau waren zum größten Teil nach der Revolution in die USA emigrierte ehemalige Militärs, meist Flieger. Zwischendurch ging ihnen das Geld aus, weil viele seiner Geldgeber dem Projekt S-29 mittlerweile keinen Erfolg zutrauten und kein Geld nachschossen. Erst durch 5.000 US-Dollar, die ihm der bekannte russische Pianist und Komponist Sergej Rachmaninow zur Verfügung stellte, konnte die S-29-A fertig gebaut werden. Die Maschine erwies sich als erfolgreich, wurde aber nur in einem Exemplar gebaut, da keine Nachfrage nach solch einem Flugzeug bestand. Erst 1926 oder 1927 konnte Sikorsky die Maschine an die Roscoe Turner Aeronautical Corporation verkaufen, die die Maschine u.a. als fliegenden Verkaufsladen für verschiedenste Produkte, wie Bekleidung oder sogar Zigarren und Tabak einsetzte. 1928 flog dann die Maschine in Howard Hughes Film Hell Angels, wo sie einen deutschen Gotha IV Bomber darstellte. Am 22. März 1929 stützte die Maschine bei Dreharbeiten zu einem gefährlichen Stunt ab, dabei kam der Flugingenieur Phil Jones ums Leben.

Sikorsky S 29 Mit Igor Sikorsky
Sikorsky S-29 mit Igor Sikorsky (Archiv: Eberhard Kranz)
 

Sikorsky gründet in den USA seine Firma

1923 gründete Igor Sikorsky dann die „Sikorsky Aero Engineering Corporation“ in Stratford in Connecticut mit dem Ziel, die besten Flugzeuge in Amerika zu bauen. Den Durchbruch zum bekannten und erfolgreichen Flugzeughersteller brachte ihm sein Amphibienflugzeug S-38, ein Verkehrsflugzeug für 10 Passagiere. Die Maschine wurde speziell als Amphibienflugzeug entwickelt, da sie auf Linien in der Karibik, in Mittel- und Südamerika verwendet werden sollte und dort auch Wasserstarts und -landungen an vielen Zielorten notwendig waren. Besonders die Karibikziele waren für die Luftverkehrsgesellschaften in den USA interessant, da es immer mehr Menschen gab, die dort ihre Ferien oder auch ihre Freizeit verbringen wollten.

Sikorsky Aero Engineering Corp Aktie
Sikorsky Aktie (Archiv: Eberhard Kranz)

Mit dem Amphibienflugzeug konnte man ideal sowohl Land- als auch Wasserflugplätze bedienen. Die Entwicklung der S-38 begann Im Herbst 1927 in der neuen Fertigungsstätte in Stratford. Die Sikorsky Aero Engineering Corporation war an die Börse gegangen und dank der Aktien kam genug Geld für die Entwicklung und den Bau der ersten Maschine zusammen. Bereits Ende März 1928 war die Maschine fertig gestellt und nach der Erprobung am Boden und auf dem Wasser, die ohne Probleme verlief, konnte am 25. Mai 1928 der Erstflug erfolgen. Die S-38 war nach dem gleichen Prinzip wie ihre Vorgänger S-34 und S-36 aufgebaut, lediglich geometrisch vergrößert. 

 

Sikorsky S 29 Team
Sikorsky Team (Archiv: Eberhard Kranz)

Tragische Atlantiküberquerung mit der Sikorsky S-36

Die S-36 war für Sikorsky schon ein kommerzieller Erfolg gewesen, es wurden sechs Exemplare gebaut, wovon vier die Pan American Airways erwarb, eine Maschine übernahm die U.S.Navy als XPS-1 und eine kaufte Mrs. Frances Grayson, die damit als erste Frau den Atlantik von West nach Ost überfliegen wollte. Am 23. Dezember 1927 starte die Maschine, „Dawn“ getauft, mit ihr, dem Norweger Oskar Omdal als Piloten, Brice Herbert Goldsborough als Navigator und Fred Koehler als zweitem Passagier. Die letzte empfangene Nachricht wurde auf Sable Island, 300 km südöstlich von Halifax empfangen. Die sofort eingeleitete Suche durch die U.S.Navy, an der auch das Luftschiff ZR-3 “Los Angeles“ teilnahm, blieb erfolglos.  Am 29. Januar 1929 fand man eine Flaschenpost mit folgendem Wortlaut:

„1928, we are freezing. Gas leaked out. We are drifting off Grand Banks. Grayson“

Bis heute gilt die Besatzung als verschollen.

 

Sikorsky S 38 Prototyp
Sikorsky S-38 Prototyp (Archiv: Eberhard Kranz)

Konstruktionsmerkmale der S-38

Die S-38 war ein zweimotoriger Anderthalbdecker mit einem einstufig gekielten Bootsrumpf. Das Leitwerk war am Ende von zwei Leitwerksträgern angebaut und das Seitenleitwerk bestand aus zwei Endsacheiben, während das Höhenleitwerk an beiden Seiten über die Leitwerksträger hinaus reichte. Das Fahrwerk bestand aus zwei manuell hochziehbaren Rädern und einem Schleifsporn. Der bootsförmige Rumpf war eine Holzkonstruktion, die mit Duraluminiumplatten beplankt war. Im langen, bootsförmigen Bug waren zwei durch wasserdichte Schotte abgetrennte Bereiche. Ganz vorn ein Gepäckraum, der über eine Luke auf dem Deck be- und entladen werden konnte. Außerdem war darin der Notanker und diverse Notausrüstungsgegenstände untergebracht. Es folgte der zweite Bugraum, der durch eine Tür an der linken Seite betreten werden konnte. Dieser Raum war der eigentliche Frachtraum. Durch eine Tür im Schott, das ihn zur Pilotenkabine abgrenzte, befand sich eine schmale Tür, so war gegeben, dass auch während des Fluges dieser Raum betreten werden konnte. In ihm konnten bei Flügen über Wasser zwei aufblasbare Rettungsschlauchboote samt Pressluftflaschen verstaut werden. Die folgende Pilotenkabine war großzügig verglast und durch eine Trennwand, die eine Schiebetür besaß, gegen die eigentliche Passagierkabine abgetrennt. Die Besatzung bestand aus dem Piloten und dem Navigator, der auch als Bordingenieur fungierte. Im Kabinendach fand sich eine Luke, über die im Notfall die Kabine verlassen werden konnte. Die schallgedämpfte und sehr komfortabel eingerichtete Kabine bot, abhängig von der Baureihe, acht bis zwölf Passagieren in bequemen Einzelsesseln Platz, wobei jeder Platz über ein Fenster und eine regelbare Frischluftzufuhr verfügte. Der Einstieg in die Kabine erfolgte über eine große Luke auf dem Heck des Rumpfes. Die Passagierkabine verfügte in einem abgetrennten hinteren Bereich über einen Waschraum mit Toilette und eine separate Garderobe. Unter dem Heck war der stählerne Hecksporn, der über einen Spindeltrieb abgesenkt werden konnte, angebracht. Die S-38 war als Anderthalbdecker gebaut, das bedeutet, die untere Tragfläche war wesentlich kleiner als die obere Tragfläche, ihre Fläche betrug nur etwa 20 Prozent der gesamten Flügelfläche. Der rechteckige einteilige Oberflügel, der sich hoch über dem Rumpf befand, war eine Konstruktion aus zwei Holmen und insgesamt 50 Rippen aus Leichtmetall und war komplett mit Stoff bespannt. An der Hinterkante waren die Querruder angebracht. Lediglich ab den Querrudern war der Flügel zu den Randbögen hin abgeschrägt. Der Oberflügel war mit zwei V-förmigen Streben aus profiliertem Stahlrohr mit dem Bootsrumpf verbunden, gleichzeitig mit je zwei schrägen I-Stielen aus profiliertem Stahlrohr mit dem Unterflügeln verbunden. Zwei weitere I-Stiele verbanden Ober-und Unterflügel schräg verlaufend. Im Oberflügel befand sich der Kraftstofftank mit einem Volumen von 1.005 Litern, sowohl zwei Tanks für das Motorenöl von je 227,5 Litern. Über zwei Fallleitungen gelangte der Kraftstoff zu den Vergasern der Motoren. Die beiden Motoren waren mit je zwei V-förmigen Streben an den Oberflügel angehängt und nach unten zum Unterflügel mit je einem I-Stiel abgestützt. Als Motoren wurden zwei luftgekühlte Neun-Zylinder-Sternmotoren Pratt & Whitney R-1340-8 Wasp mit einer Startleistung von 425 PS (312 kW) bei 2.000 U/min verwendet. Diese Motorleistung reichte aus, dass die Maschine nach Ausfall eines Motors flugfähig blieb und noch mit einer Geschwindigkeit von 144 km/h weiterfliegen konnte. Der zweiteilige Unterflügel bestand aus zwei Holmen und je 12 Rippen aus Leichtmetall, wobei der Hauptholm durch die Passagierkabine ging. Die Unterflügel waren ebenfalls komplett mit Stoff bespannt und mit wasserabweisendem Lack gestrichen. Direkt an der Unterseite waren pro Tragfläche ein Stützschwimmer aus Leichtmetall an zwei Halteschienen montiert. Ober-und Unterflügel waren durch insgesamt vier profilierte I - Stiele aus Stahlrohr miteinander verbunden, wobei von den I-Stielen nochmals je zwei kurze I-Stiele, ebenfalls aus Stahlrohr, schräg nach Innen zum Oberflügel gingen. Eine zusätzliche Verspannung, wie bei den meisten Doppeldeckern dieser Zeit zwischen den Tragflächen üblich, war nicht vorhanden. Am Oberflügel, genau in der Längsachse der Propellerwellen, waren die beiden rechteckigen Leitwerksträger aus einem Leichtmetallgerüst, das mit Duraluminiumplatten verkleidet war, angebracht. Sie waren durch je einen I-Stiel aus profiliertem Stahlrohr gegen das Heck des Bootsrumpfes abgestrebt. In den Knotenpunkten der Befestigung dieser I-Stiele war zusätzlich ein Querstrebe aus Stahlrohr, die die beiden Leitwerksträger miteinander verband, angeschlagen und somit die Stabilität der gesamten Leitwerkskonstruktion erhöhte. An den Enden der Leitwerksträger waren die doppeltrapezförmigen Seitenleitwerksendscheiben angebaut, die aus einer stoffbespannten Leichtmetallkonstruktion bestanden. Die Seitenruder, ebenfalls stoffbespannte Leichtmetallkonstruktionen, verfügten über einen Massenausgleich. In der Mitte war ein V-förmiger Ausschnitt angebracht, in dem sich das Höhenruder bewegen konnte. Die rechteckige Höhenflosse bestand aus zwei Längsholmen und 13 Rippen aus Leichtmetall und war mit Stoff bespannt und ebenfalls mit wasserabweisendem Lack versiegelt. Das Höhenleitwerk ragte über die Leitwerksträger mit den Seitenleitwerksendscheiben hinaus. Das Höhenruder verfügte über eine am Boden einstellbare Trimmklappe aus Leichtmetall. Das Fahrwerk bestand aus zwei mechanisch hochziehbaren Rädern mit Öldämpfung und hydraulischen Bremsen, wobei die Räder einzeln hochgekurbelt werden konnten, was sich bei Seitenwind oder rauer See als Vorteil erwies. Das manuelle Hochkurbeln der Räder dauerte, abhängig von der Kondition des Bedieners, meist war das der Navigator, etwa 50 Sekunden bis eine Minute. Bei einem Einsatz als reines Flugboot konnten die Räder abgebaut werden.

 

Sikorsky S 38 Pict5
Sikorsky S-38 (Archiv: Eberhard Kranz)

Baureihen der S-38:

S-38 A: Ausführung mit acht Passagiersitzen, 11 Exemplare gefertigt.

S-38 B: Ausführung mit zehn Passagiersitzen, Hauptbaureihe, 80 Exemplare gefertigt.

S-38 C: Ausführung mit zwölf Passagiersitzen, 10 Exemplare gefertigt.

C-6: Erprobungsmuster für die USAAF, ein Exemplar, später innen umgebaut und als VIP-Flugzeug verwendet.

C-6 A: Mit geringen Änderungen wie C-6, 10 Exemplare gefertigt.

 

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Sikorsky S-38 (Archiv: Eberhard Kranz)

XPS-2: S-38 A für die U.S. Navy, zwei Exemplare gefertigt, später in XRS-2 umgerüstet, ursprünglich mit zwei 7,62 mm Maschinengewehren Browning M1 auf Drehlafetten in offenen Waffenständen im Bug und im Heck des Bootskörpers montiert mit je 500 Schuss Munition.

PS-3: S-38 B, vier Maschinen wurden auf den Standard RS-3 umgebaut.

XRS-2: Zwei Maschinen der U.S. Navy zu reinen Transportern umgebaut, Einbau einer größeren Frachtluke an Stelle des Passagierzugangs und Ausbau der Bewaffnung.

 

Sikorsky S 38 Cockpit
Sikorsky S-38 Cockpit (Archiv: Eberhard Kranz)

RS-3: Eine andere Bezeichnung für leicht modifizierte S-38 B, drei Maschinen PS-3 in RS-3 umgebaut.

 

Sikorsky S 38 Kabine
Sikorsky S-38 Kabine (Archiv: Eberhard Kranz)

Insgesamt wurden je nach Quellenlage zwischen 100 und 118 Maschinen aller Ausführungen der Sikorsky S-38 gebaut. Alle Flugzeuge entstanden bei der Sikorsky Aviation Corporation in Bridgeport, Connecticut, bei Sikorsky Manufacturing Corporation in Long Island, New York. Während der Fertigung wurde 1930 die Sikorsky Aero Engineering Corporation mit ihren Fertigungsbetrieben von der United Aircraft and Transport Corporation (William Boeing und Frederic Rentschler) übernommen.

 

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Sikorsky S-38 (Archiv: Eberhard Kranz)

Die Sikorsky S-38 Amphibienflugzeuge waren u.a. im Einsatz bei:

U.S. Army Air Force

U.S. Marine Corps

U.S. Navy

Spanische republikanische Luftflotte:

Während des spanischen Bürgerkriegs setzten die Republikaner mindestens drei S-38 B als Aufklärer und Transportflugboote im Norden an der baskischen Front ein, dabei wurde eine Maschine von den eigenen Jagdflugzeugen abgeschossen.

 

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Sikorsky S-38 (Archiv: Eberhard Kranz)

Zivile Nutzer der S-38 waren unter anderem:

Koninklije Niederlandsch – Indische Luchtvaart Maatschappij (KNILM), die verschiedenen Strecken innerhalb Niederländisch Ostindien (heute Republik Indonesien), wie zum Beispiel Batavia-Bandung, betrieb aber auch international aktiv war. Zum Beispiel flog man von Batavia nach Singapur und sogar nach Sydney (Australien) mit Zwischenlandungen in Darwin, Cloncurry und Charlesville.

Hawaiian Airlines, die verschiedene Inseln Hawaiis anflog, zum Beispiel Honolulu - Hilo oder Honolulu - Maui. International flog man nach Samoa und Tahiti.

Curtiss Flying Service betrieb Flugschulen und dort konnte man die Fluglizenz des Aero Clubs of America erwerben. Es wurde mit Landflugzeugen und Flugbooten geschult und da war das S-38 Amphibium ein ideales Fluggerät

Inter-Island Airways führte mit S-38 C (12 Sitzplätze) Linienflüge von Hawaii (Honolulu) nach Samoa und innerhalb Hawaiis durch.

New York, Rio and Buenos Aires Line Inc.(NYRBA) betrieb von New York aus Fluglinien mit Flugbooten nach Südamerika und in die Karibik.

1930 von Pan American World Airways übernommen.

Flugziele waren u.a. Havanna, Miami, Montevideo, Santiago de Chile, Rio de Janeiro, Sao Paulo, Yacuibor (Bolivien).

Pan Am war der größte Betreiber von S-38, insgesamt waren 38 Stück im Einsatz.

Western Air Express führte erst Postflüge und später Linienflüge im Bereich der Großen Seen durch, es gab auch Linienflüge nach Salt Lake City und Los Angeles, dabei kamen S-38 C Maschinen mit zwölf Sitzplätzen zum Einsatz.

 

Sikorsky S 38 Xps 2
Sikorsky S-38 XPS-2 (Archiv: Eberhard Kranz)

Sociedad Colombo Alemana Transportes Aéreos (SCADTA) war eine deutsch-kolumbianische Fluggesellschaft, die mit Wasserflugzeugen die Städte und Landeplätze des Rio Magdalena von Bogota aus anflog, zuerst mit Junkers W 34 Schwimmerflugzeugen, später mit S-38 B und C.

Pan American Grace Airways führte von Lima Post- und Inlandflüge in Peru durch.

Aber auch zahlreiche private Halter von S-38 gab es, die die Maschinen als Reiseflugzeuge benutzten:

- Charles A. Lindbergh, der Ozeanflieger, erflog im Auftrag von Pan Am zukünftige Fluglinien in Südamerika und im pazifischen Raum. Dazu diente ihm eine Sikorsky S-38 B.

- Howard Hughes, Flugbauer, Filmproduzent, Rekordflieger.

- Herbert Fisk Johnson Junior, Abenteurer, Geschäftsmann.

- Flying Hutchinsons, Fliegende Familie, die als erste Familie die Welt umflogen haben.

- Martin und Osa Johnson, Abenteurer und Dokumentarfilmemacher, flogen in Kenia und

Tanganjika, ihre S-38 trug einen Zebraanstrich.

- Robert R. Mc Cormick: Zeitungsverleger und Geschäftsmann, er suchte nach den besten

und wirtschaftlichsten Flugstrecken zwischen den USA und Europa.

- John H. Whitney: Geschäftsmann, Diplomat und Verleger.

 

Sikorsky S 38 C 6 A
Sikorsky C-6 A (Archiv: Eberhard Kranz)

Technische Daten: Sikorsky S-38 B

Verwendung: Verkehrsflugzeug als Amphibium für Land- und Wasserflugplätze
Land USA

Triebwerk: zwei luftgekühlte Neun-Zylinder-Sternmotoren Pratt & Whitney R-1340-8 mit   am Boden verstellbarem Zweiblatt-Metall-Propeller System Curtiss
Startleistung:  425 PS  (312 kW) bei 2.000 U/min
Dauerleistung: 360 PS ( 265 kW) bei 1.900 U/min in  4.000 m  
Kraftstoffverbrauch  bei Startleistung:   139 l/h
Kraftstoffverbrauch bei Dauerleistung: 115 l/h

Baujahr: 1930
Besatzung: 2 Mann
Passagiere: je nach Ausführung acht bis zwölf

Abmessungen:                                                                                      

Spannweite obere Tragfläche: 21,84 m

größte Flügelbreite: 2,60  m

größte Flügeldicke: 0,38 m

Spannweite untere Tragfläche: 10,97 m

größte Flügelbreite: 1,60 m

größte Flügeldicke: 0,20 m

Abstand zwischen den Tragflächen: 2,48 m

Länge Querruder: 3,95 m

Breite Querruder: 0,60 m

Länge:12,27 m                                                                                                  

größte Höhe: 4,41 m

Länge Leitwerksträger: 7,16 m

Höhe Leitwerksträger: 0,42 m

Breite Leitwerksträger:  0,20 m                                                                                       

Spannweite Höhenleitwerk: 5,68 m

größte Tiefe Höhenleitwerk:  1,36 m

Größe Endscheiben Höhe x Breite :   2,84 m x 1,00 m

Abstand zwischen den Motoren (Propellerachsen): 3,28 m

Länge Bootskörper: 9,20 m

größte Breite Bootskörper:  2,35 m

größte Breite Kabinenaufbau: 1,66 m

größte Rumpfhöhe: 1,76  m

Länge Passagierkabine: 4,40 m

Fenstergröße (L x B): 0,74 m x 0,32 m

Propellerdurchmesser: 3,0 m

Propellerfläche: 7,07 m²

Spurweite:  2,96 m

Radstand: 5,55 m

Flügelfläche: 66,89 m²

Pfeilung Außenflügel :  0°

V-Form Oberflügel: 0°

V-Form Unterflügel:  +3,5°

Flügelstreckung:   7,13

Reifengröße Haupträder: 1020 x 175 mm

Abstand zwischen den Schwimmern: 7,78 m

größte Länge Schwimmer : 2,96 m

größte Breite Schwimmer: 0,68 m

größte Höhe Schwimmer: 0,50 m

Massen:

Leermasse: 2.970 kg                                                                                       

Startmasse normal:  4.753 kg                                                                          

Startmasse maximal: 5.120 kg                                                                       

Zuladung, normal:   1.783 kg                                                                           

Tankinhalt: 1.005 Liter                                                                                           

Öl:  455 Liter                                                                                                  

Flächenbelastung: 76,54 kg/m²                                                                      

Leistungsbelastung: 6,02 kg/PS  ( 8,2 kg/kW)                      

Leistungen:

Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 194 km/h                                           

Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 202 km/h                                                 

Reisegeschwindigkeit in  3.000 m:  175 km/h                                              

Landegeschwindigkeit: 90 km/h                                                                        

Gipfelhöhe: 5.486 m                                                                                         

Steigleistung: 3,8 m/s   

Steigzeit auf 1.000 m: 6 min                                                                           

Steigzeit auf 3.000 m:  24 min                                                                        

Reichweite normal: 965 km                

Reichweite maximal: 1.200 km                                                                       

Flugdauer: 7 h                                                                                                  

Startstrecke: 550 m 

Landestrecke: 450 m

Bewaffnung als XPS-2 für die U.S. Navy:

ursprünglich 2 Stück 7,65 mm Maschinengewehre Browning M1 mit je 500 Schuß in offenen Waffenständen im Bug und im Heck des Bootskörpers, später ausgebaut.

Text und technische Daten: Eberhard KRANZ

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