Autor: ek

Potez 662

Potez 662
1937 hatte man bei Potez die 661 entwickelt und in einem Exemplar gebaut. Diese Maschine sollte als Antwort auf das Erscheinen der DC-2 bei verschiedenen europäischen Luftfahrtgesellschaften bei der Air France in Dienst gestellt werden. Allerdings hatte man nach einer kurzen Streckenerprobung die Maschine an die Regie Air Afrique verkauft, wo sie bis Anfang 1942 von Bamako aus innerafrikanische Linien beflog. Potez leitete aus der 661 ein stärker motorisiertes viermotoriges Transportflugzeug, vorwiegend für eine militärische Verwendung, ab. Als Antrieb sah man vier luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren Gnome-Rhone 14 M-5 Mars mit einer Startleistung von je 680 PS vor. Ansonsten hatte man sich genau an den Entwurf der Potez 661 gehalten, lediglich die Motoraufhängungen und die Motorverkleidungen als NACA-Hauben mussten neu konstruiert werden. Der Entwurf sah einen viermotorigen Tiefdecker mit einziehbarem Heckradfahrwerk vor in Gemischtbauweise vor, wobei die Hauptfahrwerksräder nur zur Hälfte in die inneren Motorgondeln eingefahren wurden, um Beschädigungen bei Notlandungen mit eingefahrenem Fahrwerk zu minimieren. Das Seitenleitwerk war von dem militärischen Mehrzweckflugzeug Potez 63 übernommen und verfügte über zwei Endscheiben. Der Rumpf war eine Ganzmetall-Schalenkonstruktion, die mit Duralblechen verkleidet war. Tragflächen und Leitwerk waren Metallkonstruktionen, die mit Sperrholz beplankt waren. Die Flügelnasen wurden ebenfalls mit Duralblech verkleidet. Die Ruder waren stoffbespannt. Am 26. Juli 1938 startete die Maschine mit der Kennzeichnung F-ARAY zu ihrem Erstflug. Die Flugeigenschaften wurden von den Testpiloten als genauso gut wie bei der 661 bezeichnet. Die erzielten Flugleistungen übertrafen deren Werte aber deutlich. Die Armée de l Air zeigte sich an der Maschine interessiert und nach einer gründlichen Erprobung, die erfolgreich verlief, sollte 1940 eine Serie von 100 Exemplaren gebaut werden. Bis Frühjahr 1940 war man nicht in der Lage, eine Flugzeugfabrik für die Herstellung der Potez 662 zu finden. Mit dem beginnenden deutschen Einmarsch war das Schicksal der 662 besiegelt. Sie blieb ein Einzelflugzeug und wurde bis in den November 1941 von den Vichy-Luftstreitkräften geflogen. Während eines Fluges in den französischen Alpen kollidierte die Maschine mit einem Berg und ging verloren. Die Besatzung kam dabei um das Leben.
Potez 662 (Foto: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Potez 662
Verwendung: Transport- und Verkehrsflugzeug
Triebwerk: vier luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren Gnome-Rhone 14M-5 Mars mit verstellbaren Dreiblatt-Metall-Propeller
Startleistung: je 680 PS (501 kW)
Dauerleistung: je 615 PS (453 kW) in 4.000 m
Besatzung: 2 Mann
Passagiere: maximal 12 Personen
Erstflug: 26. Juli 1938
Spannweite: 22,50 m
Länge: 16,85 m
größte Höhe: 4,40 m
Propellerdurchmesser: 2,40 m
Propellerfläche: 4,52 m²
Spurweite: 4,25 m
Flügelfläche: 64,0 m²
V-Form: 6 Grad an den Außenflügeln
Streckung: 7,91
Leermasse: 5.520 kg
Startmasse normal: 7.990 kg
Startmasse maximal: 8.350 kg
Nutzlast: 1.750 kg
Tankinhalt: 1.200 Liter
Flächenbelastung: 130,5 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,07 kg/PS (4,17 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 435 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 471 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000 m: 400 km/h
Landegeschwindigkeit: 135 km/h
Gipfelhöhe: 9.000 m
Steigleistung: 7,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,3 min
Steigzeit auf 3.000 m: 8,0 min
Reichweite normal: 1.020 km
Reichweite maximal: 1.480 km mit reduzierter Nutzlast
Flugdauer: 2,75 h

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