Letov S-328

01.11.2014 EK
Letov S-328
Letov S-328 (Archiv: Eberhard Kranz)

Letov Š-328 Die Letov-Flugzeugwerke in Letnany bei Prag hatten 1929 mit dem Erstflug der Š-28 die Entwicklung einer Reihe von Mehrzweckflugzeugen begonnen, die sich bis Mitte der dreißiger Jahre fortsetzte und vor allem für den Export bestimmt war. Spannweite: 13,71 m, Länge: 10,36 m, Maximales Abfluggewicht: 3.000kg

Die Letov-Flugzeugwerke in Letnany bei Prag hatten 1929 mit dem Erstflug der S-28 die Entwicklung einer Reihe von Mehrzweckflugzeugen begonnen, die sich bis Mitte der dreißiger Jahre fortsetzte und vor allem für den Export bestimmt war. 1932 führte man einer finnischen Delegation eine S-228-5 in Gemischtbauweise mit amerikanischem Pratt&Whitney Hornet Sternmotor (Startleistung 525 PS) vor. Daraufhin orderte Finnland 12 Maschinen und wollte weitere 35 in Lizenz bauen. Als Triebwerk wurde der Bristol Pegasus II M2 mit 580 PS Startleistung vorgesehen. Am 19.Juni 1933 erfolgte der Erstflug des Prototypen S-328F. Kurz darauf annullierte Finnland seinen Auftrag. Bei Letov konnte man das tschechische Verteidigungsministerium für die Maschine interessieren, die es als Aufklärungs- und Beobachtungsflugzeug, aber auch als leichten Bomber und schweren Jäger einsetzen wollte. Bis 1934 erprobten die Piloten Anderle und Kovandou den Prototypen. Bereits ein Jahr später wurden die ersten 81 Maschinen von der tschechoslowakischen Luftwaffe übernommen. Die Flugzeuge waren wegen ihrer gutmütigen Flugeigenschaften bei den Piloten beliebt und bewährten sich sehr schnell. Insgesamt wurden 412 Maschinen in 7 Baulosen für die tschechischslowakischen Luftstreitkräfte gefertigt. Es entstand auch eine Schwimmerversion S-328v, die in vier Exemplaren gebaut wurde, die später aber wieder auf Radfahrwerk umgebaut wurden. Auch nach der Besetzung der CSR durch deutsche Truppen ging der Serienbau für die deutsche Luftwaffe, die die S-328 als Schulflugzeug einsetzte, weiter. Eine geringe Anzahl wurde an die slowakische und die bulgarische Luftwaffe abgegeben. Ihre letzten Kampfeinsätze flogen 11 slowakischen Maschinen, die mit ihren Besatzungen am Slowakischen Nationalaufstand Ende 1944 teilnahmen. Sechs Maschinen wurden wahrscheinlich während des Bürgerkrieges nach Spanien geliefert. Die geplanten Weiterentwicklungen S-428 und S-528 waren nicht erfolgreich und gingen nicht in Serie. Insgesamt sollen über 460 S-328 gefertigt worden sein.

Letov S-328 (Archiv: Eberhard Kranz)

Technische Daten: Letov S-328

Verwendung: Mehrzweckflugzeug
Baujahr: 1936
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Walter Pegasus II-M2 (Lizenz Bristol) mit festem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 635 PS (467 kW)
Dauerleistung: 570 PS (421 kW) in 3.000 m

Spannweite:13,71 m
Länge:10,36 m
größte Höhe:3,20 m
Propellerdurchmesser:3,34 m
Propellerfläche:8,76 m²
Spurweite:2,78 m
Flügelfläche:39,40 m²
V-Form:+2,5°
Flügelstaffelung:0,85 m
Leermasse:1.670 kg
Startmasse normal:2.750 kg
Startmasse maximal:3.000 kg
Tankinhalt:600 Liter
Flächenbelastung:76,1 kg/m²
Leistungsbelastung:4,72 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe:285 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000m:328 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000m:150 km/h
Landegeschwindigkeit:95 km/h
Gipfelhöhe:7.200 m
Steigleistung:5,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m:3,3 min
Steigzeit auf 5.000 m:17 min
Reichweite normal:700 km
Reichweite maximal:1.280 km
Landestrecke:280 m
Startstrecke:210 m
Flugdauer maximal:8 h

Bewaffnung: zwei 7,92 mm Maschinengewehre CZ Strakonice vz.30 und zwei 7,92 mm Maschinengewehre CZ Strakonice vz.30 auf einer Zwillingslafette Skoda Šu 31.
Bombenlast maximal: 120 kg Abwurfwaffen an sechs Aufhängepunkten unter den Tragflächen oder eine 100 kg Bombe unter dem Rumpf.

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