Iljuschin Il-28
Die Iljuschin Il-28 war einer der ersten strahlgetriebenen Bomber, von dem Flugzeug wurden mehr als 5.000 Maschinen gebaut.
Entwicklungsgeschichte Iljuschin Il-28
Bereits 1946 forderte Stalin von der Luftfahrtindustrie und ihren führenden Konstrukteuren mit Nachdruck die Entwicklung strahlgetriebener Flugzeuge, wobei Jagdflugzeuge im Vordergrund standen. Aber auch strahlgetriebene Bombenflugzeuge wurden gefordert. Als Basis für diese Entwicklungen waren erbeutete deutsche Flugzeuge wie die Arado Ar 234 und deutsche Unterlagen zur Strahlflugzeugentwicklung und Triebwerksbau zu verwenden. Dies führte zum Bau des ersten sowjetischen strahlgetriebenen Bombenflugzeuges Iljuschin Il-22, das bereits 1946 auf der Basis der in Wien-Schwechat erbeuteten Zeichnungen und Konstruktionsunterlagen der geplanten Heinkel He 343, für die ein Bauauftrag für eine Erprobungsserie und ein geplante A-Serie bereits vorlagen, aufbaute und der He 343 auch sehr ähnlichsah. Der Erwerb der Lizenz zum Bau des britischen Strahltriebwerks Rolls Royce Nene 2 schuf auch die Grundlage der schnellen Entwicklung des geplanten Bombers. Außerdem konnte man weiter auf das Wissen der in die Sowjetunion umgesiedelten Junkers-Ingenieure und -fachkräfte unter der Leitung von Brunolf Baade zurückgreifen, die selbst mit den Flugzeugen EF-131, EF-132 und EF-150 entsprechende, zukunftsträchtige Flugzeuge entwarfen und teilweise auch bauten. Da aber aus verständlichen Gründen die Sowjetunion als Siegermacht nicht zulassen konnte, dass ihre neuen Strahlbomber von den besiegten Gegnern entwickelt und gebaut wurden, gingen diese nicht in Serie. Die Basis für Iljuschins neuen Entwurf bildete das druckpunktfeste Schnellflugprofil, das bei Junkers für die Ju 287 aus dem NACA-Profil 0012-0,55-40 entwickelt worden war. Bei der ZAGI erhielt es die Bezeichnung SR-5s und wurde später bei vielen sowjetischen Flugzeugen verwendet, unter anderem bei der MiG-15 und bei dem Verkehrsflugzeug Iljuschin IL-62. Ebenfalls von Junkers übernahm man die Idee des mit zwei Kanonen bestückten, beweglichen Heckstand. Die Rolls Royce Nene 2 Axialtriebwerke, die unter der Bezeichnung RD-45 und RD-45F bildeten den Ausgangspunkt für die von Klimow entwickelte Triebwerksfamilie vom WK-1 bis zum WK-5, die bei der MiG-15, der Tupolew Tu-14 und auch bei der Iljuschin Il-28 und weiteren Typen verwendet wurden. Die Entwürfe von Iljuschin, die Il-28 und von Tupolew, die Tu-14 überzeugten den von Stalin zum Minister der Flugzeugindustrie ernannten Michael Wassiljewitsch Chrunitschew so, dass dieser im Januar 1948 von beiden Typen den Bau von Mustermaschinen verlangte, die bei der Parade in Tuschino zu Ehren der Oktoberrevolution 1948 gezeigt werden sollten. Das klappte natürlich nicht, dazu war die Zeit viel zu kurz, aber zur Parade anlässlich des Ersten Mai 1950 zeigte man mehrere Il-28 beim Überfliegen des Roten Platzes in Moskau.

Die erste Il-28 war mit einer Jumo 004 B Weiterentwicklung motorisiert
In kürzester Zeit wurde die Konstruktion beendet, Fertigungsunterlagen erstellt, entsprechende Vorrichtungen gebaut, Material beschafft und die notwendigen Triebwerke bereitgestellt. Da die geplanten Rolls Royce Nene 2 noch nicht zur Verfügung standen, musste der erste Prototyp noch mit den deutlich schwächeren RD-10F, nachgebaute und leicht überarbeitete Jumo 004 B, ausgerüstet werden. Am 8. Juli 1948 startete der erste Prototyp der Il-28 zu seinem Erstflug. Diesen führte der Chefpilot von Iljuschin, Wladimir Kokkinaki, durch, der später mit verschiedenen Flugzeugen mehrere Weltrekorde aufstellte und einer der bekanntesten Piloten der Sowjetunion wurde. Die in der folgenden Flugerprobung erflogenen Leistungswerte waren, bedingt durch die deutlich zu schwachen Triebwerke, enttäuschend. Nach dem Austausch der Triebwerke RD-10F gegen von Klimow aus den Rolls Royce Nene 2 abgeleiteten WK-1 waren die Flugleistungen im erwarteten Bereich und auf Beschluss der Staatlichen Plankommission wurde der Serienbau der Il-28 angeordnet. Der Serienbau erfolgte in mehreren Flugzeugwerken. Der Hauptteil der Maschinen wurde im Flugzeugwerk Nr.30 (während des Krieges als Werk Nr.1 bezeichnet) in Moskau gefertigt. Weitere Fertigungsstraßen befanden sich in den Flugzeugwerken in Irkusk, Omsk und Woronesch. Insgesamt sollen in allen vier Werken bis zum Auslaufen der Fertigung 1956 6.316 Maschinen gebaut worden sein, davon 3.897 allein in Moskau. Lizenzen wurden an die Volksrepublik China und die ČSSR vergeben. Die Flugzeugwerke in Harbin baute von 1963 bis 1970 ca.1.550 Maschinen von der als H-5 bezeichneten Maschine, die auch nach Albanien, Rumänien und Nordkorea exportiert werden und in Nordkorea noch heute im Einsatz sind. Bei Avia in Prag entstanden von 1955-1961 177 Maschinen, von denen ca.80 an die ägyptische Luftwaffe geliefert wurden, die diese Maschinen im Suezkrieg 1956 mit hohen Verlusten als Bomber und Erdkämpfer einsetzte.

Die Il-28 wurde in verschiedenen Versionen gebaut, von den die wichtigsten sind:
Il-28 Bomber
Il-28 U Schulflugzeug
Il-28 R Aufklärer
Il-28 T Torpedobomber
Il-28 Scht Erdkampfflugzeug
Il-28 PP funkelektronisches Störflugzeug
IL-28 RTR Radar-Störflugzeug ohne Tragflächenendtanks (Tiptanks)
Il-28 SA Wetterflugzeug
Später rüstete man die Maschinen mit dem stärkeren Triebwerken WK-5 (ohne Nachbrenner) aus. Diese Triebwerke hatten einen Schub von 3.100 kp (30,41 kN). Die damit ausgerüsteten Versionen erhielten ein zusätzliches M, also als Beispiel der Aufklärer wurde Il-28 RM. Die Aeroflot erhielt eine waffenlose Version zur Erkundung neuer Flugstrecken und auch als Postflugzeug. Diese Ausführung erhielt die Bezeichnung Il-20. Das Schulflugzeug Il-28 U entstand bereits parallel mit der Entwicklung des Bombenflugzeugs Il-28, da die meisten späteren Bomberpiloten nur zweimotorige Kolbenmotorflugzeuge geflogen hatten, wie die Petljakow Pe-2, die Tupolew Tu-2 oder die Iljuschin Il-4, also keinerlei Erfahrungen mit TL Flugzeugen hatten. Äußerlich unterschied sich die IL-28 U von der IL-28 durch einen zweiten Pilotensitz in einer zusätzlichen Kabine und dem Wegfall der Bugverglasung und des Platzes des Navigators. Auch die Radarwanne unter dem Rumpf und ein Teil Bewaffnung fehlten. Der Heckstand blieb auch bei der Schulmaschine besetzt.
Die Aufklärerversion IL-28 R erhielt drei bis fünf Reihenbildgeräte in einem Teil des Bombenschachts und war mit 12 -18 Leucht- oder Blitzbomben bestückt.

Die Marineversion Il-28 T trug seine Torpedos an Waffenpunkten seitlich am Rumpf sowie im Bombenschacht, der von 4,27 m Länge beim Bombenflugzeug auf 6,60 m verlängert werden musste, da der Torpedo eine Länge von 5,45 m hatte. Im Bombenschacht wurden Luftminen von 500 kg und 1.000 kg, sowie der Raketentorpedo RAT-52, der 628 kg wog und einen Gefechtskopf von 243 kg hatte. Das Kaliber betrug 450 mm und die Länge 3,893 m.
Die Unterwassergeschwindigkeit lag maximal bei 68 Knoten (ca.126 km/h). Fast gleichzeitig mit der Einführung in den Truppendienst 1951 gab es für die Il-28 T die Flügelrakete RAMT-1400 Stschuka (Hecht) eine Ableitung der deutschen Seezielflugkörper Henschel Hs 293 und Hs 294 mit konischen Unterwasserkopf. Die Reichweite der RAMT-1400 A betrug 60 km, die der Ausführung B 30 km.
Die Erdkampfversion Il-28 Scht konnte an 12 Waffenpylonen Bomben und Kassetten UB-16-57 mit je 16 ungelenkten Raketen Kaliber 57 mm sowie Kanonencontainer UPK-23-250 mit zwei 23 mm Maschinenkanonen NR-23 und 250 Schuss pro Kanone mitführen.
Beim Einsatz der Il-28 als Bomber konnte das Flugzeug entweder mit 12 Bomben zu 100 kg oder acht Bomben zu 250 kg oder vier Bomben zu 500 kg oder einer Bombe zu 1.500 kg oder einer Bombe zu 3.000 kg bestückt werden. Auch war es möglich, die 30 kT Kernwaffe Tatjana mit einem Gewicht von 1.200 kg zu verwenden.
Die Il-28 waren außer in der Sowjetunion, unter anderem in Polen, Bulgarien, Rumänien, der Tschechoslowakei, Ungarn, China, Afghanistan, Indonesien, Ägypten und Syrien im Einsatz. Insgesamt wurden die sowjetischen Il-28 in über zwanzig Länder exportiert.
Die chinesischen Harbin H-5 wurden zusätzlich noch in mindestens 10 weitere Länder exportiert.

Eine Il-28 R aus der DDR brachte es ins Museum
Die DDR beschaffte 1958 eine Il-28 R für die Erprobung der TL-Triebwerke Pirna 014, die für das Strahlverkehrsflugzeug Baade 152 vorgesehen waren. Diese Verwendung war allerdings nur suboptimal, da das Pirna 014 Triebwerk nicht in die Triebwerksgondel der Il-28 eingebaut werden konnte und die Sicherheitsfragen der Il-28 für den Einmotorenflug nicht geklärt waren, musste im Schwerpunkt unter dem Rumpf der Il-28 R eine dritte Triebwerksgondel mit dem Pirna 014 angebaut werden. 1959 wurde eine weitere Il-28 R für diesen Zweck erworben. Im MAB Schkeuditz wurden beide Maschinen in fliegende Prüfstände umgebaut. Der Bombenschacht nahm dabei die verschiedensten Triebwerksüberwachungsgeräte auf. Schließlich führten die beiden Maschinen insgesamt 211 Testflüge mit insgesamt 16 Triebwerken Pirna 014 erfolgreich durch. Nach dem Abbruch des Flugzeugbauprogramms der DDR im März 1961 übernahmen die Luftstreitkräfte der DDR nach deren Rückbau die beiden Maschinen. Für die neu gebildete Zieldarstellungsstaffel ZDS-21, später ZDS-33, hatten diese 1959 schon zwei Il-28 R vom sowjetischen Aufklärungsregiment in Neu Welzow übernommen. Bis 1962 kamen noch sechs weitere Maschinen hinzu, darunter auch eine Il-28 U mit Doppelsteuerung. Alle Maschinen waren aus dem Bestand der 11. ORAP (Aufklärungsfliegerregiment) in Neu Welzow. Die Maschinen waren gebraucht und zwischen vier und sechs Jahren alt. Hauptsächlich wurden sie für die Zieldarstellung für Jagdflugzeuge und die Truppenluftabwehr, dort mit nachgeschlepptem Luftsack, verwendet. Die dafür notwendige Ausrüstung wurde im Bombenschacht untergebracht und umfasste einen acht Meter langen Luftsack an einer Seiltrommel mit 2.000 m Stahlseil (Durchmesser 4 mm). Auch der Abwurf von sogenannten Agitationsbomben mit Flugblättern wurde geübt. Ab Ende der 70 er Jahre bis 1982 wurden die Maschinen nach und nach außer Dienst gestellt. Eine Maschine ging durch einen Unfall am Boden verloren. Eine Maschine, die Werknummer 550064459, erhielt kurz vor der Außerdienststellung noch eine grüne Tarnbemalung, ansonsten hatten die Maschinen silberfarbenen Anstrich. Diese Maschine blieb erhalten und wurde umfassend restauriert. Heute ist sie im Luftwaffenmuseum in Berlin-Gatow zu besichtigen.

Hauptkonstruktionsmerkmale der Iljuschin Il-28
Die Il-28 ist ein freitragender Schulterdecker mit zwei TL-Triebwerken, Normalleitwerk und einziehbaren Bugradfahrwerk. Das Flugzeug ist eine Ganzmetallkonstruktion aus Stahl, Duraluminium und Elektron. Der Rumpf mit kreisrundem Querschnitt war in drei oder vier Bausektionen aufgeteilt. Im Werk 30 in Moskau waren es vier und Werk 64 in Woronesch nur drei Sektionen. Das hing von der Größe der vorhandenen Bauvorrichtungen ab. Der Rumpf nahm fast die gesamte Technik des Flugzeuges auf. Es waren die fünf Treibstofftanks, deren technische Forderung betrug 7.908 +/- 50 Liter, was etwa 6.000 kg entsprach. In den einzelnen Werken differierte das Tankvolumen zwischen 7.867 bis 7,895 Liter. Die Aufklärerversion Il-28 R erhielt einen zusätzlichen sechsten Tank und je einen Tragflächenendtank. Dadurch erhöhte sich die Spannweite auf 22,65 m gegenüber 21,45 m der Bomberversion. Der Rumpf bestand aus 47 Spanten und drei Hilfsspanten, die mit 38 Stringern und zwei Längsholmen verbunden waren. Die Beplankung erfolgte mit Duraluminiumblechen, wobei sechs verschiedene Dicken von 0,8 bis 2 mm verwendet wurden. Die Patronenkästen und die Sitze waren mit Stahlplatten von 6 bzw.10 mm gepanzert. Die Kabinen hatten eine Panzerung aus einer gehärteten Aluminiumlegierung von 10 bis 30 mm Dicke. Die Verglasung im Rumpfbug bestand aus einem Dreifachglas von 13 mm Stärke, die Pilotenkabine, die der eines Jagdflugzeuges ähnelte, verfügte über eine Frontscheibe aus 30 mm Panzerglas, während der Heckstand eine Panzerverglasung von 68 bis 106 mm hatte. Die Gesamtpanzerung wird mit einem Gewicht von 454 kg angegeben. Im verglasten Rumpfbug befand sich die Kabine des Navigators, der diese von oben durch eine Luke betrat. Sein Arbeitsplatz war quer zur Flugrichtung. Während des Starts und der Landung musste er den Platz wechseln und saß dann in seinem Schleudersitz. Seine Kabine war als Druckkabine ausgelegt. Die Kabine des Piloten war ebenfalls als Druckkabine ausgelegt, die er über eine, an den Rumpf angelehnte Leiter von außen erreichte. Die mittleren Scheiben wurden dazu nach rechts aufgeklappt. Sein Sitz war ebenfalls ein Schleudersitz. Der Heckschütze, der gleichzeitig auch der Funker war, betrat seinen Waffenstand, der ebenfalls als Druckkabine ausgelegt war, durch eine, um 75 Grad aufklappbare Luke im Rumpfboden. Im Notfall musste er die Maschine auch durch diese verlassen. Der Schwenkbereich seiner beiden 23 mm Maschinenkanonen NR-23 betrug 60 Grad nach oben, 40 Grad nach unten und 70 Grad nach jeder Seite. Die Kanonen hatten eine Lauflänge von1,45 m und wogen je 39 kg. Das Bugrad fuhr hydraulisch nach hinten in den Vorderrumpf ein. Der zweiholmige Tragflügel hatte durchgehend das Profil SR-5s und bestand aus dem Mittelstück mit 0 Grad V-Form und den Außenflügeln mit 1°12' V-Form. Der Abstand der Rippen betrug 250 bis 375 mm. Beplankt war der Tragflügel mit Duraluminiumblechen von 1,5 mm Dicke an den Außenflügeln und 4 mm am Mittelflügel. Der Anstellwinkel der Tragfläche zum Rumpf betrug 3 Grad von der Wurzel bis zur zur Flügelendkappe. An den Endkappen befanden sich 10 Schlitze zum Ausblasen von Warmluft. Die Landeklappen, ebenfalls aus Duraluminium, waren durch die Triebwerksgondel geteilt, sie befanden sie sowohl am Mittelflügel wie auch am Außenflügel. Ihre Betätigung erfolgte hydraulisch. Die Querruder auch aus Duraluminium wurden hydraulisch mit Kraftverstärker betätigt. Das rechte Querruder hatte eine Trimmklappe, die während des Fluges verstellt werden konnte. Bei der Version Il-28 T musste man, bedingt durch die Schwerpunktverschiebung durch die längeren Torpedos im Waffenschacht, den Tragflügel um 100 mm nach hinten versetzen. Die sehr großen Triebwerksgondeln ohne Stiel befanden sich direkt unter dem Außenflügel und nahmen neben dem Triebwerk Klimow WK-1 auch das Hauptfahrwerk auf, das beim Einfahren nach vorn schwenkte und dabei eine Drehung um 90 Grad durchführte. Der ganze Einfahrprozess erfolgte hydraulisch. Bei den später schwereren Versionen, wie die Il-28 R und T, mussten größere Räder verwendet werden, 1260 mm x 390 mm. Dazu verlängerte man die Triebwerksgondeln im mittleren Teil um 200 mm und nach unten wurden sie um 35 mm in der Höhe vergrößert. Im Bereich des Fahrwerkschachtes wurden die Triebwerksgondeln zusätzlich aufgedickt. Zusätzlich baute man in die schwereren R- und T-Versionen einen hydraulischen zu- und abschaltbaren Antrieb der Hauptfahrwerksräder ein, der diese bereits vor der Landung in Umdrehung versetzte. Dadurch sollte der Abrieb der Reifen bei der Landung verringert werden. Als Starthilfen konnten zwei 246 kg schwere Feststoff-Starthilfsraketen PSR-1500-15 am Rumpf angebaut werden, wodurch sich die Startstrecke auf 560 m bei normaler Startmasse verkürzte. Die Triebwerke selbst waren Radialtriebwerke mit neun Brennkammern, wogen 885 kg und hatten einen größten Durchmesser von 1.280 mm. Die Länge ohne Schubrohr betrug 2.540 mm, das Schubrohr selbst hatte noch einmal eine Länge von 4125 mm. Die Triebwerke waren ca.1 Grad zur Flugzeuglängsachse angestellt. Das Seitenleitwerk war zweiholmig und vollständig aus Leichtmetall gefertigt. Es war an der Vorderkante um 45 Grad gepfeilt. Das Höhenleitwerk hatte eine V-Stellung von + / Grad und Pfeilung von 33 Grad 12 Minuten an der Vorderkante. Es war zweiholmig aufgebaut, die Höhenruder hatten Trimmklappen und wurden hydraulisch betätigt.

Die Iljuschin Il-28 wurde in den 1970er Jahren ausgemustert
Spätestens Anfang der 70iger Jahre schieden die Il-28 bei den sowjetischen Luftstreitkräften aus dem aktiven Dienst aus und wurden durch Suchoi Su-7 und Jakowlew Jak-26 und Jak-27 ersetzt. In China flogen die dort in Lizenz gefertigten Harbin H-5 noch bis in 90iger Jahre, in Nordkorea zählen sie heute noch zu den Einsatzflugzeugen der Luftwaffe. Die Il-28 war weltweit das nach dem Zweiten Weltkrieg am meisten gebaute taktische Bombenflugzeug und bei seinen Besatzungen wegen seiner unkomplizierten Handhabung und seiner gutmütigen Flugeigenschaften sehr beliebt.
Der NATO-Codename war Beagle.

Technische Daten Iljuschin Il-28
Verwendung: Bombenflugzeug, Torpedoflugzeug, Erdkampfflugzeug, Schulflugzeug
Land: Sowjetunion
Triebwerk: zwei TL-Radialtriebwerke Klimow WK-1
Startleistung für max. 5 Minuten: 2.700 kp Schub (26,5 kN) bei 11.560 U/min und 720 ° C Abgastemperatur
Dauerleistung: 2.100 kp Schub (20,60 kN) bei 9.100 U/min und 645 °C Abgastemperatur
Kraftstoffverbrauch bei Startleistung: 2.960 l/h
Kraftstoffverbrauch bei Dauerleistung: 1.910 l/h
Erstflug: 8. Juli 1948
Baujahr: 1949
Besatzung: 3 Mann Navigator (Kommandant), Pilot, Heckschütze(Funker)
Abmessungen:
Spannweite: 21,45 m
Spannweite Flügelmittelstück : 6, m
größte Flügelbreite: 3,610 m
größte Flügeldicke: m
Länge Querruder: 3,15 m
Fläche Querruder: 1,67 m²
Länge äußere Landeklappe: 3,285 m
Fläche äußere Landeklappe: 3,725 m²
Länge innere Landeklappe: 1,64 m
Fläche innere Landeklappe: 1,37 m²
Länge:17,65 m
größte Höhe: 6,70 m
Spannweite Höhenleitwerk: 7,36 m
größte Tiefe Höhenleitwerk: 2,04 m
Pfeilwinkel Höhenleitwerk: 32°12'
V-Form Höhenleitwerk: +7°
größter Rumpfdurchmesser: 1,80 m
größte Rumpfhöhe mit Kabine: 2,18 m
Kabinenlänge: 3,01 m
Spurweite: 7,40 m
Radstand: 6,685 m
Flügelfläche: 60,8 m²
Pfeilung Flügelvorderkante: 0° 12“
Pfeilung Flügelhinterkante:
V-Form Außenflügel: +1° 12“
Flügelstreckung: 7,57
Länge Triebwerksgondel: 7,635 m
größter Durchmesser Triebwerksgondel: 1,62 m
Reifengröße Haupträder: 1.150 mm x 355 mm
Reifengröße Bugrad: 600 mm x 155 mm
Massen:
Leermasse: 12.890 kg
Startmasse normal: 18.400 kg
Startmasse maximal: 21.200 kg
Zuladung normal: 5.510 kg
Zuladung maximal: 8.310 kg
Tankinhalt normal: 7.895 Liter
Tankinhalt maximal mit Tiptanks: 10.560 Liter
Schmierstoff: 160 Liter
Flächenbelastung: 348,7 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,93 kg/kp Schub
Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 885 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.500 m: 894 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 700 km/h
Minimalgeschwindigkeit in Bodennähe: 285 km/h
Landegeschwindigkeit: 178 km/h
engster Kurvenradius: 2,4 km bei 400 km/h und 30° Schräglage
Gipfelhöhe: 12.300 m
Steigleistung: 15 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1' 10“
Steigzeit auf 2.000 m: 3' 50“
Steigzeit auf 12.000 m: 45' 24“
Reichweite normal: 2.260 km in 10.000 m Höhe
Reichweite maximal: 2.940 km in 10.000 m Höhe
Aktionsradius: 950 km
Flugdauer normal: 2 h
Flugdauer maximal: 3 h
Startstrecke: 1.250 m
Startstrecke bis auf 25 m Höhe: 3.375 m
Landestrecke: 950 m
Landestrecke aus 25 m Höhe: 1.680 m
Bewaffnung:
zwei 23 mm Maschinenkanonen NR-23 mit je 100 Schuß starr unten im Bug
zwei 23 mm Maschinenkanonen NR-23 mit je 225 Schuß im beweglichen Heckstand
Bombenlast maximal: 3.000 kg oder eine 30 kt Atombombe „Tatjana“ (Gewicht 1.200 kg)
Text und technische Daten: Eberhard KRANZ