Autor: ek

Convair F-92

Convair F-92
Bei Convair wertete man die in Deutschland erbeuteten Unterlagen über Untersuchungen an Deltaflügeln, die an der LVA in Göttingen und dem Kaiser- Wilhelm-Institut für Strömungsforschung unter den Professoren Betz und Prandtl durchgeführt worden waren. Zusätzlich hatte man die Unterlagen und Forschungsergebnisse von Dr. Alexander Lippisch, dem deutschen Deltaflügelexperten, der ja auch die Me 163 entwickelt hatte, zur Auswertung erhalten. Diese Ergebnisse mündeten 1947 im Entwurf der F-92, die als Abfangjäger konsequent mit Deltaflügeln ausgelegt wurde. Kurios war der vorgeschlagene Antrieb durch sechs Flüssigkeitsraketenmotoren mit je 906 kp Schub und einem Westinghouse J30-WE-1 Strahltriebwerk, das lediglich als Hilfstriebwerk diente. Um nun die Deltatragflächen zu testen, baute man in kurzer Zeit das Model 7002, das aus Teilen anderer Flugzeuge zusammengesetzt war, lediglich der Tragflügel wurde neu konstruiert. Die Maschine war ein Ganzmetall-Mitteldecker mit Deltaflügeln, ohne separates Höhenleitwerk und zurückgesetzter Höhenflosse, die auf Höhe der Tragflächen Hinterkante endete, und einem einziehbarem Bugradfahrwerk. Der Rumpf war eine Schalenkonstruktion mit fast kreisförmigem Querschnitt mit zentralem Lufteinlauf. Das Triebwerk, ein Allison J33-A-23 mit 2.300 kp Standschub, befand sich im Rumpfhinterteil. Die Ausströmöffnung war mit hitzebeständigem Stahl verkleidet. Das Tragwerk war eine einholmige Metallkonstruktion, wobei der Holm als Kastenholm ausgeführt war. Kombiklappen ersetzten das fehlende Höhenruder. Wirkungsvolle Spaltlandeklappen und ausfahrbare Luftbremsen sollten die benötigte Landestrecke verkürzen. Nachdem der ursprüngliche F-92 Entwurf mit Mischantrieb Anfang 1949 aufgeben wurde, weil er militärisch nutzlos gewesen wäre, erhielt das Model 7002 die Bezeichnung F-92A. Da die Maschine eigentlich nur als Erprobungsträger für die neuen Delta-Tragflächen gedacht war, war sie nie ernsthaft zur Weiterentwicklung als Jagdflugzeug vorgesehen. Am 18.September 1949 startete die F-92A mit der militärischen Kennzeichnung 46682 zu ihrem Erstflug, sie war damit das erste reine strahlgetriebene Deltaflugzeug der Welt. Die weitere sehr gründliche Erprobung fand auf der Edwards Air Force Base, ehemals Muroc Dry Lake Airfield, statt. Dort erhielt die Maschine ein anderes Triebwerk, ein leistungsstärkeres Allison J33-A-29, das über einen Nachbrenner verfügte. Um das Triebwerk verwenden zu können, musste auch der Rumpf verlängert werden. Dabei erhielt die metallisch blanke F-92A einen neuen, glänzend weißen Anstrich. 1951 ging dann die Maschine in den Besitz der NACA über, wo sie noch bis 1953 betrieben wurde. Zu dieser Zeit hatte man alle Grundlagen geschaffen, die den Bau eines Serienjägers mit Deltaflächen, der Convair F-102, ermöglichten. Für kurze Zeit setzte die Maschine noch bei Übungen ein, wo sie eine Feindmaschine, eine MiG 23, darstellen sollte. Später wurde sie dann verschrottet.
Convair XF-92 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Convair F-92
Land: USA
Verwendung: Jagdflugzeug Technologieträger
Triebwerk: ein Strahltriebwerk Allison J33-A-29 mit Nachbrenner
Startleistung: ohne Nachbrenner 2.358 kp (23,13 kN) Standschub
Dauerleistung: ohne Nachbrenner 2.200 kp (21,58 kN) in 10.000 m
Leistung mit Nachbrenner: 3.402 kp (33,37 kN) in 10.000 m
Besatzung: 1 Mann
Erstflug: 18.September 1949
Spannweite: 9,53 m
Länge: 12,93 m
größte Höhe: 5,38 m
Spurweite: 3,67 m
Flügelfläche: 21,37 m²
V-Form: - 0,5°
Flügelstreckung: 4,25
Leermasse: 3.855 kg
Startmasse normal: 5.452 kg
Startmasse maximal: 6.804 kg
Tankinhalt: 2.496 Liter
Flächenbelastung: 318,39 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,0 kg/kp Schub
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 950 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 10.560 m: 1.126 km/h
Marschgeschwindigkeit in 10.000 m: 1.050 km/h
Landegeschwindigkeit: 178 km/h
Gipfelhöhe: 15.470 m
Steigleistung: 24,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 40 s
Steigzeit auf 5.000 m: 4,0 min
Steigzeit auf 10.000 m: 9,0 min
Reichweite normal: 680 km
Reichweite maximal: 1.200 km
Flugdauer: 1,25 h
Bewaffnung : keine
Bombenlast: keine

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