Autor: rk

Jet Provost

Hunting Percival BAC Jet Provost
Bei dem Jet Provost handelte es sich um ein Schulflugzeug für zukünftige Militärpiloten, die Maschine wurde durch die britische Flugzeugschmiede Hunting Percival entwickelt, die später durch BAC übernommen wurde. Das Design wurde von dem bewährten Schulflugzeug Percival Provost abgeleitet und schliesslich von der Royal Air Force als Trainingsflugzeug für ihre zukünftigen Jet Piloten akzeptiert. Die britischen Schulverbände waren die grössten Abnehmer des Jet Provost. Die Maschine diente bei der Royal Air Force von 1955 bis 1993 bevor sie durch die brasilianische Tucano abgelöst wurde. Von dem Jet Provost wurden zwischen 1958 und 1967 insgesamt 741 Einheiten gebaut. Die Maschinen wurden neben der Royal Air Force noch von weiteren neun Nationen als Schulflugzeug für zukünftige Militärpiloten verwendet. Viele Jet Provosts haben den Weg ins Museum gefunden und einige werden von Privatbesitzern weiterbetrieben.
Jet Provost T. Mk 1 (Archiv: Robert Kühni)
Konstruktionsmerkmale des Jet Provost
Der Jet Provost wurde nach einer Ausschreibung für ein neues Royal Air Force Schulflugzeug aus dem mit Kolbenmotor angetriebenen Percival Provost T. Mk 1 weiterentwickelt. Aus dem Kolbenmotorflugzeug wurde ein kleiner Jet entwickelt, der mit der Vorgängerkonstruktion nicht mehr viel Gemeinsamkeiten aufwies. Der Jet Provost ist ein Tiefdecker mit weit nach vorne gezogenen Lufteinläufen, die das Viper Triebwerk mit Luft versorgen. Das Cockpit liegt weit vorne und bietet Platz für zwei Piloten, die nebeneinander Sitzen. Ab dem Jet Provost T. Mk 3 Version wurden Schleudersitze eingebaut und ab der Jet Provost T. Mk 5 war das Cockpit mit einer Druckkabine ausgerüstet. Der Flügel verfügt über praktisch keine Pfeilung, damit die Flugeigenschaften gutmütig blieben und die Start- und Anfluggeschwindigkeiten tief gehalten werden konnten. Die Flügelrandbögen werden durch stromlinienförmige Tanks gebildet. Das Flügelhinterkantenende wird durch Querruder und grossen Landeklappen abgeschlossen. Das Hauptfahrwerk ist breitbeinig und lässt sich nach innen zum Rumpf hin einziehen, auch das steuerbare Bugfahrwerk lässt sich nach hinten in den Rumpf einziehen. Um eine gute Stabilität um die Hochachse zu erhalten, hat sich Percival für eine relativ grosse Seitenflosse entschieden. Die Höhenflosse wurde als Pendelleitwerk ausgelegt. Bei dem Triebwerk entschied sich Persival für das neu Viper von Armstrong Siddeley, das mit jeder Version ein wenig stärker wurde.
Jet Provost T. Mk 3 (Jet Provost Team New Castle)
Flugtestprogramm und Versionen des Jet Provost
Der erste Jet Provost Prototyp XD674 startete am 26. Juni 1954 auf dem Luton Airport zu seinem erfolgreichen Jungfernflug, am Steuer sass Testpilot Dick Wheldon. Die Royal Air Force hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jet Provost T. Mk 1 bestellt. Die Leistungen der Maschine überzeugten, sodass die Royal Air Force 1957 die verbesserte Jet Provost T. Mk 3 in grossen Stückzahlen beschaffte. Diese Variante wurde von einem stärkeren Viper 102 angetrieben, zudem war sie mit einem Schleudersitz ausgerüstet. Von dem Jet Provost T. Mk 3 wurden insgesamt 201 Maschinen gebaut. Die T. Mk 3A bekam eine verbesserte Avionik, von ihr wurden 70 Stück gefertigt. In die Jet Provost T. Mk 4 wurde ein Viper A.S.V 11 eingebaut, das über eine Schubleistung von 2.500 lbs verfügte, diese Maschine startete am 15. Juli 1960 zum Jungfernflug. Von der T. Mk 4 wurden 198 Einheiten gebaut. Den krönenden Abschluss in dieser Baureihe bildete die Jet Provost T. Mk 5 mit ihren Unterversionen. Die T. Mk 5 absolvierte am 28. Februar 1967 den Jungfernflug und die ersten Maschinen konnten ab September 1969 ausgeliefert werden. Die T. Mk 5 war mit einem Viper 201 ausgerüstet und verfügte über eine Druckkabine, der Rumpf wurde leicht umkonstruiert und die Tragflächen wurden verstärkt, damit die Maschine bewaffnet werden konnte. Von den Jet Provost T. Mk 5 wurden 287 Einheiten gebaut.
Jet Provost T. Mk 3A (Archiv: Robert Kühni)
Flugeigenschaften des Jet Provost
Der Jet Provost erwies sich als höchst erfolgreiches Schulflugzeug, das über hervorragende Flugeigenschaften verfügte. Den Erfolg dieses Trainingsflugzeuges wird die lange Verweildauer bei den britischen Schulverbänden unterstrichen. Bei der Royal Air Force diente der Jet Provost von 1955 bis 1993 als Schulflugzeug für angehenden Jet Piloten. Ab 1989 wurde der kleine Jet durch die Turbopropellermaschine Tucano abgelöst. Mit dem Jet Provost konnten die Schulverbände der Royal Air Force die Flugschüler optimal auf ihre zukünftige Aufgabe als Pilot ausbilden, die Maschine konnte auch für die Kunstflugschulung eingesetzt werden. Mit der Jet Provost T. Mk 5 konnte dann auch das Waffentraining geübt werden.
Jet Provost T. Mk 5 (Archiv: Robert Kühni)
Technische Daten: Jet Provost T. Mk 5
Hersteller: Hunting Percival, BAC
Land: Grossbritannien
Triebwerk: Rolls Royce Viper Mk 201
Leistung: 11,1 kN
Besatzung: zwei Piloten
Erstflug Jet Provost T. Mk 1: 26. Juni 1954
Spannweite: 10,77 m
Länge: 10,36 m
Höhe: 3,10 m
Flügelfläche: 19,80 m²
Leergewicht: 2.220 kg
Normales Stargewicht: 3.170 kg
Maximales Startgewicht: 4.173 kg
Maximale Geschwindigkeit: 382 kts (708 km/h) auf 7.620
Reichweite: 1.450 km
Dienstgipfelhöhe: 12.500 m
Steigrate: 20,3 m/s
Zulässige G Belastung: +6/-2,5 G
MTOW, Startrollstrecke: 500 m
MTOW, Startstrecke über 50 Fuss: 750 m
MLW, Landerollstrecke: 410 m
MLW, Landestrecke über 50 Fuss: 680 m
Querwind Limitation trocken: 30 kts (55,56 km/h)
Querwind Limitation nass: 25 kts (46,3 km/h)
Robert Kühni

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