Autor: rk

F-4 Phantom II

McDonnell Douglas F-4 Phantom II
Mitte der 1950er Jahre machte sich McDonnell Douglas an die Entwicklung eines neuen Angriffsflugzeuges. AH-1 war mit einer Bordkanone bewaffnet und konnte an elf Stationen ein grosses Arsenal an modernen Waffen mitführen. Die US Marine war von der neuen Konstruktion beeindruckt und unterbreitete McDonnell Douglas einen Vorschlag zur Entwicklung des Abfangjägers F4H-1 mit nur einem Pylon für einen grossen abwerfbaren Kraftstofftank. Die Maschine war mit zwei schubstarken General Electric J79 Triebwerken ausgerüstet und wurde durch zwei Besatzungsmitglieder geflogen. In dieser Zeit verzichtete man auf eine Bordkanone und setzte voll auf einen modernen Radar und gelenkte Luft-Luft-Flugkörper. Die neue Maschine konnte an der Rumpfunterseite vier halbversenkte Luft-Luft-Lenkwaffen mitführen. Im Bug war ein moderner, leistungsstarker Radar installiert, der durch den Waffensystemoffizier vom hinteren Sitz aus bedient wurde. Das neue Jagdflugzeug startete in dieser Konfiguration am 27. Mai 1958 zu seinem Jungfernflug. Das Flugzeug war ausserordentlich leistungsfähig, nach und nach wurden die Waffenstationen wieder installiert und 1967 erhielt der Phantom auch wieder eine Bordkanone, denn ganz ohne diese Nahkampfwaffe ging es auch im Vietnam Krieg nicht.
McDonnell Douglas F-4 Phantom II (Foto: US Air Force)
Hauptkonstruktionsmerkmale des F-4 Phantom II
Bei dem F-4 Phantom handelte es sich um eine Bahnbrechende Konstruktion mit zwei extrem starken J79 Strahltriebwerken mit eingebautem Nachbrenner. Das Tragwerk wirkt durch seine spitz zulaufende Form fast Deltaförmig. Dem zentralen Teil des Flügels wurde keine V-Stellung gegeben, damit die Stabilität um die Längsachse gewahrt wurde, verliefen die Flügelenden leicht nach oben. An der Übergangskante konnten die Flügel für den Flugzeugträgereinsatz ganz nach oben geklappt werden. Die Eintrittskanten der Aussenflügel erhielten grosse Vorflügelklappen. Der zentrale Flügelteil ist mit Landeklappen versehen. Dominierend an dem F-4 Phantom sind die grossen Lufteinläufe, welche die beiden Triebwerke mit dem nötigen Luftdurchsatz versorgen, die Schubaustrittsdüsen waren variabel ausgelegt. Das Seitenleitwerk ist konventionell aufgebaut und die beiden Höhenleitwerksflügel weisen eine starke negative V-Form auf, die dem Phantom das typische Erscheinungsbild geben. Pilot und Waffensystemoffizier sitzen in Tandemkonfiguration. Alle Phantom Versionen waren mit einem leistungsfähigen Radar und Waffenrechner ausgelegt, der mit vielen verschiedenen Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffen zu Recht kam. Als ECM Ausrüstung erhielt der Phantom standardmässig einen Radarwarnempfänger, an einem Pylon kann der F-4 Phantom auch einen ECM Störsender mitführen. Der Phantom ist mit vier Unterflügelaufhängepunkten und einer Unterrumpfstation ausgerüstet. Kein anderes Kampfflugzeug konnte in den 1960er Jahren eine mannigfaltigere Waffenlast mitführen als die Konstruktion von McDonnell Douglas.
McDonnell Douglas F-4E Phantom II (Foto: US Air Force)
Einsatz des F-4 Phantom II
Der Phantom mutierte nach seiner Einführung bei den US Teilstreitkräften rasch zu einem Marktrenner, der sich wie kein anderes westliches Flugzeug verkaufte. Die Phantom Versionen F-4C, D und E waren die wichtigsten taktischen Kampfflugzeuge der US Air Force im Vietnamkrieg. Kombiniert mit Luft-Boden-Waffen war sie eine unverzichtbare Stütze für die hart kämpfenden Bodentruppen, obwohl die schwere Bewaffnung die Phantoms träge machten, konnten sie über Vietnam 109 Abschüsse bei 33 eigenen Verlusten verbuchen. Am 2. Januar 1967 gelang es während der Operation Bolo einem F-4C Phantom Verband sieben MiG-21 abzuschiessen, ohne dabei eine eigene Maschine zu verlieren. Über die Einsätze und Fähigkeiten der Phantom liessen sich Bücher schreiben, kurz und prägnant ausgedrückt, handelt es sich bei der Phantom, um eine der besten Kampfflugzeugkonstruktion, die je gebaut wurde. Auch heute, nach mehr als 50 Jahren, stehen Phantoms in zahlreichen Luftwaffen noch immer im Dienst.
McDonnell Douglas F-4G und F-4E Phantom II (Foto: US Air Force)
Technische Daten: McDonnell Douglas F-4E Phantom II
Land: USA
Hersteller: McDonnell Douglas
Verwendung: Abfangjäger und taktisches Kampfflugzeug
Triebwerk: Zwei General Electric J79-17
Schubkraft je Triebwerk: Trockenschub: 5.400 kp 52,8 kN, mit Nachbrenner: 8.120 kp 79,6 kN
Besatzung: 1 Pilot, 1 Waffensystemoffizier
Erstflug: 27. Mai 1958
Spannweite: 11,78 m
Länge: 19,18 m
Höhe: 4,96 m
Spannweite Höhenleitwerk: 5,47 m
Flügelfläche: 49,24 m²
Flügelstreckung: 2,81
Tragflächenbelastung normal: 382 kg/m²
Tragflächenbelastung maximal: 569 kg/m²
Radstand: 7,12 m
Spurweite: 5,30 m
Leergewicht: 13.150 kg
Tankinhalt: 5.575 kg
Zusatztanks: 4.005 kg
Maximale Waffenlast: 7.258 kg
Normale Startmasse: 24.950 kg
Stargewicht Abfangjäger: 21.500 kg
Maximales Startgewicht: 28.030 kg
Höchstgeschwindigkeit im Tiefflug: 1.464 km/h, Mach 1,19
Höchstgeschwindigkeit: 2.390 km/h, Mach 2,2
Geschwindigkeit mit vier Sparrows: Mach 2.04
Geschwindigkeit mit Zusatztanks und Bewaffnung: Mach 1,5
Marschgeschwindigkeit: 919 km/h
Anfangssteiggeschwindigkeit: 312 m/s
Steiggeschwindigkeit: 8.534 m/min
Einsatzradius als Abfangjäger: 1.145 km
Taktischer Einsatzradius Profil Hi-Lo-Hi: 960 km
Überführungsreichweite: 3.184 km
Startrollstrecke: 1338 m
Landerollstrecke: 1152 m
Bewaffnung: Eine 20 mm M61A1 Vulcan Revolverkanone mit 640 Schuss, vier Luft-Luft-Lenkwaffen AIM-9 Sidewinder, vier Luft-Luft-Lenkwaffen AIM-7 Sparrow, AGM-65 sowie ungelenkte und Laser gelenkte Bomben.

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