Autor: rk

Boeing 747-300

Boeing 747-300
Entwicklungsgeschichte
Schon kurz nach dem Fertigungsbeginn der 747-200 und der Auslieferung der ersten Maschinen kündigte man bei Boeing Mitte 1980 die Entwicklung einer neuen Baureihe, der 747-300, an. Die Abmessungen waren beibehalten worden, der Vorderrumpf wurde aber stark überarbeitet, indem man den Oberrumpf deutlich verlängerte, nämlich um 7,12 m, so dass dort bis zu 86 Passagiere untergebracht werden konnten. Auch wurde die Wendeltreppe, die es bei der 747-100 und 747-200 zum Oberdeck gegeben hatte, durch eine gerade Treppe ersetzt. Durch die verbesserte Aerodynamik konnte jetzt auch die Reisegeschwindigkeit auf Mach 0,85 erhöht werden. Wichtigste Neuerung war aber die Verwendung neuer, kraftstoffsparender Triebwerke, die den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch um fast 25 Prozent senkten und somit eine größere Reichweite ermöglichten. Erstkunde für die neue Version wurde die Swissair durch die Bestellung von insgesamt fünf Exemplaren am 11.Juni 1980, wobei Swissair ihre Vorstellungen von der Gestaltung der Kabine stark einfließen ließ.
Flugerprobung und Einführung der Boeing 747-300
Im November 1980 begann man in Everett mit dem Bau der ersten 747-300. Der Roll-out fand am 22.6.1982 statt und nach Abschluss der Bodenerprobung startete am 5.10.1982 die Maschine mit der Kennung N6005C zu ihrem Erstflug. Am 20. Februar 1983 erhielt sie die Zulassung durch die FAA und am 1. März 1983 wurde die erste 747-300 feierlich in Everett an die französische Union de Transports Aériens (UTA) übergeben. Die zweite 747-300 wurde dann am 5. März 1983 in der Ausführung 747-300C übergeben. Obwohl die Wirtschaftlichkeit der 747-300 wesentlich besser war, als die ihrer Vorläuferversionen wurden insgesamt nur 56 Maschinen bestellt. Die letzte wurde am 18. Oktober 1988 an die Japan Asia Airways übergeben. Der Grund für das mangelnde Interesse der Luftfahrtgesellschaften lag aber bei Boeing selbst begründet, denn man hatte bereits auf die Entwicklung der 747-400 verwiesen, die noch wesentlich bessere Leistungsdaten haben sollte. Heute betreiben die Japan Airlines mit dreizehn, Quantas mit neun, Pakistan International Airlines mit fünf, Saudi Arabian Airlines mit fünf, Japan Asia Airways mit drei Maschinen noch ziemlich große 747-300 Flotten.
Versionen der Boeing 747-300
Bei der Boeing 747-300M steht M für CoMbi. Die Maschine kann als reine Passagiermaschine reine Frachtmaschine oder als kombinierte Passagier/Frachtmaschine eingesetzt werden. Ähnlich der 747-200C trennt ein entfernbarer Schott Passagier- und Frachtraum, wobei der Schott an fünf verschiedenen Stellen im Rumpf montiert werden kann und so dass die Größen von Fracht- und Passagierraum variabel gestaltet werden können. Der Einbau einer seitlichen Frachttür im hinteren linken Rumpf ist serienmäßig. Maximal können so 452 Passagiere in Einklassenbestuhlung oder 86.460 kg Fracht befördert werden. Am 14.9.1982 fand der Erstflug einer 747-300 M Combi statt. Die Erstauslieferung erfolgte am 5. März 1983 an die Swissair, die bei ihrer Bestellung 11.6.1980 zwei Exemplare der 747-300M Combi mitbestellte. Insgesamt wurde die 747-300M Combi kein Verkauferfolg. Bis zum Auslaufen der Fertigung mangels Aufträgen im Ende September 1990 wurden insgesamt nur 21 Exemplare hergestellt. Die letzte Maschine übernahm am 25.September 1990 die belgische Sabena. Inzwischen wurden die meisten von ihnen zu reinen Frachtmaschinen 747-300F umgebaut. Wie bereits von der 747-100 bekannt, wurde auch von der 747-300 eine SR (Short Range) Version abgeleitet und den japanischen Fluggesellschaften für ihre Inlandsflüge angeboten. Dabei hatte man die Startmasse auf 272.160 kg reduziert, den Kraftstoffvorrat verringert, so dass die maximale reichweite nur noch 3.860 km betrug. Dafür konnten die Maschinen in einer Einklassenbestuhlung bis zu 624 Passagiere befördern. Insgesamt wurden zwischen 1987 und 1988 vier Maschinen für Japan Asia Airways gebaut. Die erste hatte am 5. Oktober 1986 mit der Kennung N6005C ihren Erstflug und wurde am 10.12.1987 an die JAA übergeben, die letzte Maschine übernahm man am 19. Februar 1988.
Boeing 747-300 (Foto: Boeing)
Technische Daten der Boeing 747-300
Land: USA
Verwendung: Langstrecken-Großraum-Verkehrsflugzeug
Triebwerk: vier Zweikreis-Turbinen-Luftstrahltriebwerke Pratt & Whitney JT9D-7R4G2, später wahlweise Rolls Royce RB211-524D4 oder General Electric CF6-50E2
Startleistung JT9D-7R4G2: je 24.770 kp Schub (243,10 kN)
Dauerleistung JT9D-7R4G2: je 17.360 kp Schub (170,3 kN) in 9.200 m
Startleistung RB211-524D4: je 26.185 kp Schub (256,9 kN)
Dauerleistung RB211-524D4: je 20.520 kp Schub (201,3 kN) in 9.620 m
Startleistung CF6-50E2: je 25.508 kp Schub (250,23 kN)
Dauerleistung CF6-50E2: je 19.880 kp Schub (195,0 kN) in 9.620 m
Besatzung: 3 Mann und bis zu 14 Flugbegleiter
Passagiere: 396 Personen in der Dreiklassen-, bis maximal 458 in der Zweiklassen- und maximal 565 in der Einklassenausführung
Erstflug: 5.10.1982
Spannweite: 59,64 m
Spannweite des Höhenleitwerks: 22,17 m
Länge: 70,66 m
größte Höhe: 19,33 m
größter Rumpfdurchmesser: 7,85 m
Kabinenlänge: 57,10 m
Kabinenbreite: 6,13 m
Kabinenhöhe: 2,54 m
Spurweite: 10,36 m beim inneren Hauptfahrwerk
Radstand: 25,62 m
Flügelfläche: 510,97 m²
V-Form: 5 Grad
Pfeilung der Flügelvorderkante: 37,5 Grad
Streckung: 6,96
Leermasse: 173.272 kg
Startmasse normal: 367.874 kg
Startmasse maximal: 380.845 kg
Landegewicht maximal: 286.265 kg
Nutzlast: 74.760 kg
Tankinhalt: 204.356 Liter
Flächenbelastung: 745,34 kg/m²
Leistungsbelastung JT9D-7R4G2: 3,81 kg/kp Schub
Leistungsbelastung RB211-524D2: 3,64 kg/kp Schub
Leistungsbelastung CF6-50E2: 3,70 kg/kp Schub
Höchstgeschwindigkeit in 1.500 m: 943 km/h (nicht VMO)
Höchstgeschwindigkeit in 9.620 m: 980 km/h
Reisegeschwindigkeit in 11.060 m: 941 km/h
Wirtschaftlichste Reisegeschwindigkeit in 10.670 m: 907 km/h
Startgeschwindigkeit: 304 km/h
Landegeschwindigkeit: 282 km/h
Gipfelhöhe: 12.500 m
Reiseflughöhe normal: 11.060 m
Reiseflughöhe maximal: 12.000 m
Steigleistung: 9,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1, 9 min
Steigzeit auf 5.000 m: 11,5 min
Steigzeit auf 10.000 m: 27,5 min
Reichweite normal: 12.426 km
Reichweite maximal: 13.450 km
Flugdauer: 15,0 h
Startrollstrecke: 3.180 m
Landerollstrecke: 2.200 m
Text und Technische Daten: Eberhard Kranz

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