Autor: rk

Airbus A330-300

Airbus A330-300

 

Entwicklungsgeschichte A330-300

 
Die Entwicklungsgeschichte der beiden Grossraumflugzeuge Airbus A330 und Airbus A340 lassen sich bis in die frühen 1980er Jahre zurückverfolgen. Der europäische Flugzeugbauer suchte in dem zweimotorigen TA9 und vierstrahligen TA11 einen Nachfolger für die beiden Muster A300 und A310. 1986 kristallisierten sich die beiden neuen Modelle A330 und A340 heraus, die mit einem Baugleichen Rumpf wie beim A300 ausgelegt waren. Für die beiden neuen Langstreckenflugzeuge musste jedoch ein neuer Flügel entworfen werden. Die Tragfläche wurde so ausgelegt, dass sie entweder zwei ganz grosse oder vier kleinere Triebwerke tragen konnte. Das Konzept des A330 und A340 wurde am 5. Juni 1987 für die Entwicklung freigegeben. Hauptaugenmerk wurde auf die Entwicklung eines modernen Tragwerks gerichtet. Nach der Bewertung verschiedener Vorschläge, einigte man sich auf die von BAe Bristol entwickelte Tragfläche. Es handelt sich dabei um einen schlanken Flügel mit sehr hohem Wirkungsgrad, der mit Winglets ausgelegt war. Beim Cockpit und der Flugsteuerung orientierte man sich am Kurzstreckenmuster A320. Bereits am 14. Oktober 1992 präsentierte Airbus den neuen A330-300 der Öffentlichkeit und am 2. November 1992 hob der zweimotorige Langstreckenjet in Toulouse zum Jungfernflug ab. Der A330-300 erhielt die europäische und amerikanische Zulassung bereits im Herbst 1993. Die französische Inlandfluggesellschaft Air Inter konnte am 30. Dezember 1993 ihren ersten Airbus A330 übernehmen.
Hauptkonstruktionsmerkmale Airbus A330-300
 
Bei der Konstruktion und Entwicklung der beiden Grossraumjets A330 und A340 wurde auf maximale Kommunalität geachtet. Der Rumpf ist bei beiden Mustern baugleich und mit zwei Gängen ausgelegt. In der A330-300 Kabine finden bis zu 440 Fluggäste platz. In einer Konfiguration mit drei Klassen sind es immer noch 295 Passagiere, die mit dem A330-300 über eine Distanz von bis zu 10.400 Kilometer befördert werden können. Der Tiefdecker ist mit einem superkritischen Flügel ausgelegt, der viel zur hohen Wirtschaftlichkeit dieses Musters beiträgt. Um den Widerstand zusätzlich zu verringern, entschied sich Airbus an den Tragflächenspitzen für Winglets. Die Pfeilung wurde auf 29 Grad optimiert. Als Auftriebshilfen hat der A330 Vorflügel und einfache Fowlerklappen. Zur Steuerung um die Längsachse benutzt der A330 Querruder, die durch Spoiler unterstützt werden. Die ganze Steuerung des Airbus A330 erfolgt über ein digitales Flugsteuerungssystem, das die Eingaben über den Sidestick und die Fusspedale der Piloten erhält. In den beiden Flügelhälften sind je zwei Haupttanks untergebracht, die zusammen bis zu 97.530 Liter Treibstoff fassen können. Das Hauptfahrwerk besteht aus je zwei Doppelrädern in Tandemanordnung, die unter dem Flügel angebracht sind. Das Bugfahrwerk ist mit einem Doppelrad ausgelegt. Das Seitenleitwerk wurde von dem Airbus A310 übernommen und besteht aus Verbundwerkstoffen. Das Höhenleitwerk musste neu entwickelt werden und kann über die Trimmung voll bewegt werden. Der Holm besteht aus Aluminium, bei den anderen Komponenten wurde auf moderne Verbundwerkstoffe zurückgegriffen. In beiden Höhenflossen befinden sich wie beim A310 Trimmtanks. Bei den Triebwerken können die Kunden zwischen drei Herstellern wählen. Am Markt für den rund 300 Kilo Newton starken Antrieb ist General Electric mit dem CF6-80E, Pratt & Whitney mit dem PW4000-100 und Rolls Royce mit dem Trent 700.

Der Airbus A330-300 am Markt

 
Der Airbus A330 Langstreckenjet verkauft sich auf dem Markt für Langstreckenflugzeuge sehr gut, da er mit seinen zwei Triebwerken äusserst wirtschaftlich betrieben werden kann. Durch die ETOPS Zulassung haben die Fluggesellschaften gegenüber den drei oder viermotorigen Maschinen, was die Streckenführung anbelangt, praktisch keine Einschränkungen mehr, daher haben die zweistrahligen Muster im Betrieb viele Vorteile und mutierten Ende der 1990er Jahre zu ungebrochenen Marktrennern in diesem Segment. Der A330 verkaufte sich während den letzten 15 Jahren viel besser als der viermotorige A340. Bis heute konnte Airbus 964 Airbus A330 verkaufen, im Betrieb stehen bereits 643 Maschinen. Durch Unfälle gingen bis heute lediglich zwei A330 verloren, am 30. Juni 1994 stürzte ein Testflugzeug nach dem Start in Toulouse ab und am 1. Juni stürzte ein A330-200 der Air France aus bisher ungeklärten Gründen über dem Südatlantik beim Durchqueren einer Schlechtwetterfront ab.
 
Airbus A330-300 (Foto: Airbus SAS)
 

Technische Daten: Airbus A330-300

 
Hersteller: Airbus SAS
Verwendung: Langstreckenverkehrsflugzeug
AntriebVersion 1: 2 x GE CF6-80E1A3, Schubkraft: je 72.000 lb, 320 kN
AntriebVersion 2: 2 x P&W PW4168A, Schubkraft: 68.000 lb, 302 kN
AntriebVersion 3: 2 x Trent 772, Schubkraft: je 71.100 lb, 316 kN
Besatzung: 2 Piloten, Kabinenbesatzung 5 bis 10
Anzahl Passagiere 1 Klasse: 400
Anzahl Passagiere 2 Klassen: 335
Anzahl Passagiere 3 Klassen: 295
Erstflug: 2. November 1992
 
Länge: 63,6 m
Spannweite: 60,3 m
Höhe: 16,85 m
Flügelfläche: 361,6 m2
Flügelpfeilung: 30 Grad
Kabinendurchmesser: 5,28 m
Kabinenlänge: 50,35 m
Spurweite: 10,69 m
Max Ramp Weight: 230.900 kg
Max Ramp Weight Option: 233.900 kg
Max Zero Fuel Mass: 173.000 kg
Max Zero Fuel Mass Option: 175.000 kg
Max. Startgewicht (MTOM): 230.000 kg
Max. Startgewicht (MTOM) Option: 233.000 kg
Maximales Landegewicht (MLM): 187.000 kg
Leergewicht (DOM): 122.200 kg
Leergewicht (DOM) Option: 124.500 kg
Typische Nutzlast: 45.900 kg
Treibstoffkapazität Standard: 97.530 Liter
Normale Fluggeschwindigkeit: 0.81 Mach
Maximale Geschwindigkeit: 913 km/h
Maximale Reiseflughöhe: 41.100 Fuss
Startrollstrecke (je nach Gewicht): 2500 m
Landerollstrecke: 1750 m
Reichweite mit 295 Passagieren: 10.400 km
 
MTOM: Maximum Design Takeoff Mass, MLM: Maximum Design Landing Mass, DOM: Dry Operating Mass, MZFM: Maximum Design Zero Fuel Mass
 

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