Autor: rk

Manchester - Birmingham

 

Heute steht Manchester Birmingham auf dem Programm, normalerweise ist dies ein kurzer Hüpfer von fünfzehn bis zwanzig Minuten. Im Simulator dauert ein solcher Flug in den allermeisten Fällen ein wenig länger. Auf der Runway 24 Right angekommen setzen wir Take Off Power, lassen die Bremsen los, um bei 100 Knoten wieder voll in die Eisen zu stehen. Zuerst zieht die Cessna nach links, dann bricht sie nach rechts aus, da haben wir es wieder mit dem typischen Simulatorsyndrom zu tun, diese teuren Kisten sind beim Abbremsen von Highspeed auf Lowspeed noch viel empfindlicher als in der Luft. Der Startabbruch erfolgt wegen eines kaputten Generators, normalerweise würde man wegen einer solchen Yellow Caution den Start nach 80 Knoten nicht mehr abbrechen, aber heute befinden wir uns im Simulator und die Kollegen, die hinten am Drücker sitzen, wollen einen Startabbruch sehen. In der Fachsprache spricht man übrigens von einer Take Off Abortion. ATC informieren, ab der Piste rollen und meine Simulatorpartnerin Maria aus Almeria kann sich hinter die Malfunction Checkliste machen.


 


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Das Problem ist zum guten Glück rasch behoben, so steht einem zweiten Anlauf nichts mehr im Wege. „V 1, V Rotate“, die Maschine hebt ab und steigt mit 3000 Fuss in der Minute den freigegebenen 5000 Fuss zu. Flaps up und das rechte Triebwerk verabschiedet sich mit einem Flameout. Der kleine Jet steigt auch mit einem Triebwerk ganz ordentlich, meine Leidensgenossin auf dem linken Sitz kriegt erneut Cecklisten Arbeit. Ich deklariere mit „PAN, PAN, PAN Trainer One we have just experienced an engine failure“ eine Urgency, damit der Controller an seinem Radarschirm über unsere Situation informiert ist. Der Flug wird nun ein wenig länger dauern, da wir einige Checklisten abarbeiten müssen. Auf einer sicheren Höhe von 8000 Fuss lassen wir das Triebwerk wieder an. Nun folgt mit „preparation for approach“ die Anflugvorbereitung, hier wird das Briefing für einen ILS Anflug auf die Piste 15 in Birmingham gemacht, das Minimum, die Anfluggeschwindigkeiten und der Leistungswert für einen allfälligen Durchstart gesetzt. Nach dem Briefing arbeitet Maria noch den Check für den Sinkflug ab und fängt mit dem Approach Check an und schon verabschiedet sich Triebwerk Nummer zwei mit einer Ölstandwarnung. Das gleiche Spiel von vorne, nur diesesmal ohne Restart, denn ohne Öl bringt man auch ein Jettriebwerke nicht mehr zum Laufen. Während dem Anflug verabschiedet sich der Autopilot auch dies ist ein typisches Simulatorsyndrom. „Approaching Minimum, Minimum, Contact, Continue“ gerade in diesem Moment muss United Airlines mit ihrer Boeing 777 auflinieren.

 Jeppesen, do not use for navigation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich leite mit dem Kommando „Go Around“ einen Durchstart ein und das ganze Rösslispiel kann von vorne beginnen. Nur eben, just in diesem Moment steigt die ILS aus, so müssen wir ein Rebriefing für einen NDB Anflug machen. Zum guten Glück stehe ich mit den ADFs nicht auf Kriegsfuss, diese Hürde wäre geschafft, welcome in Birmingham. Maria darf sich jetzt in Amerika mit GPS Anflügen und Cicrlings in Wichita (the Home of Cessna) abmühen. Sie wird in dieser Session mit Triebwerkausfällen verschont, da sie schon genug beschäftigt ist mit den Circling Apporoaches. Diese Anflugverfahren gehören zu den komplizierteren Pocedures in der Lineinfliegerei.


 

Um ein Bild zu bekommen wie wir in etwa Engagiert sind, diese Lektion dauerte im Simulator etwa sechs Stunden, das Briefing am Anfang nahm 1 Stunde in Anspruch und für das Debriefing brauchten wir heute auch noch 1 Stunde.


 

Robert Kühni, Fotzsetzung folgt

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