Autor: rk

Heute ist Stall Tag!

Heute ist Stall Tag, erster richtiger Flugtag im Simulator!

 
Heute steht bei den Lernzielen das Handling der Maschine in ungewöhnlichen Fluglagen an vorderster Stelle. Nach dem Angewöhnungstag lässt Maria mir den Vortritt. So steige ich heute zuerst auf der linken Seite ins Cockpit des Cessna CJ2 Simulators. Das Visual des Simulators Made by Flight Safety ist übrigens hervorragend, das ist eigentlich gar nicht erstaunlich, denn die Kiste kostet stolze 15 Millionen US Dollar, doppelt soviel wie eine fabrikneue Cessna Citation CJ2+. Der Take Off verläuft bereits weniger schwammig als am Samstag, „positiv rate of climb gear up“, wir steigen auf die angewiesene Flughöhe von 15.000 Fuss, damit wir unsere Übungen gefahrlos durchexerzieren können. Die steep turns (Steilkurven) kennen wir ja bereits vom Samstag her. Bei den Stall Übungen wird es interessanter, zuerst absolviere ich den Take Off Stall, hier wird die Maschine in der Startkonfiguration mit Flaps 15 und eingefahrenem Fahrwerk in einen Strömungsabriss manövriert. Es geht bei Leerlauf in eine Kurve mit einer Querlage von 15 Grad, der Stall macht sich mit einem leichten Buffeting bereits vor dem Stick Shaker bemerkbar, Thrust nachschieben und bestrebt sein, dass man beim RecoveryProcedure nicht mehr als 100 Fuss an Höhe verliert.
Cessna Profile
 
Beim Cruise Stall verhält sich der Citation auch gutmütig, die Maschine zeigt keine Tendenz zum Abkippen, auch hier gilt die Devise, nicht mehr als 100 Fuss an Höhe verlieren. Der Anstellwinkel mussten wir bei dieser Übung auf 15 Grad erhöhen, sonst wäre der CJ2 wohl heute noch am fliegen ohne, dass wir einen Stick Shaker gesehen hätten.
Cessna Profile
 
In der Landekonfiguration wird das ganze mit ausgefahrenem Fahrwerk und den Landeklappen bei 35 Grad durchgespielt. In dieser Konfiguration muss man am schnellsten reagieren, damit man die Zielmarke von 100 Fuss nicht überschreitet, aber auch diese Hürde wird genommen. Wir denken kurz an Turkish Airlines Flug TK1951 der in Amsterdam beim Landeanflug in einem überzogenen Flugzustand 800 Meter vor der Piste aufschlug, als die drei Piloten im Cockpit gemerkt haben, in welcher Flugsituation sie sich befinden, war es bereits zu spät, die Boeing 737-800 vor dem Absturz zu retten.Cessna Profile
 
Jetzt kommt noch die Übung recovery from unusual attitude und das funktioniert folgendermassen: Der fliegende Pilot muss die Augen schliessen und der Fluglehrer manövriert den Simulator Flieger in eine Sturzspirale oder in einen raketenähnlichen Steigflug mit unmöglicher Querlage. Für mich sind solche Übungen nichts neues, denn alle drei Jahre stand dies bei meiner alten Arbeitgeberin im Simulatorprogramm. Maria hatte das noch nie gesehen, da sie keine grosse Airline Erfahrung mitbringt, spätestens nach den ersten zwei fast Rückenflügen weiss sie jetzt, wie man einen Airliner aus solchen Fluglagen wieder sicher herausmanövriert. Alles klar? Jetzt geht es in den Anflug auf die Piste 24 in Farnborough, sind wir gespannt, ob wir die Piste ohne Radarführung schaffen, in einem solchen Fall ist Basic IFR gefragt. Geschafft, sicher auf dem „Stängeli“ angelangt fliegen wir gemütlich der Piste zu und schiessen bei 500 Fuss aus der Wolkendecke, vor uns breitet sich die Pistenbeleuchtung samt Piste von Farnborough aus. Bei der Landung muss ich noch den Querwind von rechts ausgleichen und schon setzt unser virtueller Kleinjet auf unserer neuen home base sanft auf. Nach der Kaffeepause ist Maria an der Reihe.
 
Fortsetzung folgt, by the way, würde euch interessieren, wie man eine saubere Querwindlandung macht oder wisst ihr das schon? Lasst es mich über das Kommentarsystem wissen.
 
Freundlichst Robert Kühni, Fortsetzung folgt.

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