Buchneuerscheinung: Der Unglücksflug von „Police Foxtrot“
In dieser Buchneuerscheinung wird die Unfallursache des Absturzes eines Polizeihubschraubers in den Achensee durch den Autor Patrick Huber zusammen mit weiteren Experten minutiös und spannend neu aufbereitet.
Ein zerstörter Hubschrauber, vier tote Polizisten und drei von hochkarätigen Experten benannte mögliche plausible Unfallursachen (Vogelschlag oder medizinische Probleme des Piloten, möglicherweise durch „Flicker Vertigo“), die sich im 2012 veröffentlichten umfassenden Unfallbericht der Flugpolizei finden: Das sind die Eckdaten eines der schwersten Unglücke in der Geschichte der österreichischen Flugpolizei, das sich am 30. März 2026 zum 15. Mal jährt. Damit könnte die Causa an dieser Stelle beendet sein ‒ ist sie aber nicht.
Denn acht Jahre nach dem grundsätzlich bereits seit 2012 so weit wie möglich aufgeklärten Absturz des Polizeihubschraubers mit dem Kennzeichen OE-BXF in den Tiroler Achensee veröffentlichte plötzlich eine ganz andere österreichische Behörde, die beim Verkehrsministerium angesiedelte Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes, kurz SUB, ihren eigenen Bericht dazu und wies darin überraschenderweise allein dem Piloten die Schuld für den Absturz zu. Das riesengroße Problem an der Sache: Die Qualität der Unfallermittlungen der SUB liegt laut dem internationalen Zivilluftfahrtverband ICAO niedriger als beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo oder Nigeria. Dieses katastrophale Urteil ist öffentlich über die Homepage der ICAO abrufbar und in österreichischen Pilotenkreisen seit vielen Jahren wohlbekannt. Da überrascht es nicht, dass dieser zweite Bericht (erschienen 2019) dann gleich zahlreiche schwere fachliche Mängel sowie offensichtliche Fehler aufweist und als Konsequenz daraus in Fachkreisen überwiegend abgelehnt wird. Deshalb ließ das Innenministerium als Betreiber der Flugpolizei den ursprünglichen Unfallbericht der Flugpolizei aus dem Jahr 2012 ab 2019 auf Betreiben des damaligen Leiters der Flugpolizei, Werner Senn, von einem internationalen Expertengremium noch einmal überprüfen. Laut schriftlicher Stellungnahme des Innenministeriums vom Februar 2026 bestätigte dieses Gremium aus deutschen und Schweizer Fachleuten im Jahr 2022 „im Wesentlichen“ die Erkenntnisse der ersten internen flugpolizeilichen Unfallkommission von 2012. Luftfahrtjournalist Patrick Huber hat für sein 26. Buch gemeinsam mit Piloten beide Unfallberichte penibel ausgewertet sowie auf Plausibilität geprüft und zeichnet die Ereignisse vom 30. März 2011 akkurat nach. Abgerundet wird sein jüngstes Werk durch ein ausführliches Interview mit Werner Senn. Der studierte Jurist ist selbst ausgebildeter Pilot für Flächenflugzeuge sowie Helikopter und war von 2005 bis 2020 Leiter der Fugpolizei des BM.I. Außerdem ist Senn auch noch gerichtlich beeideter Sachverständiger, unter anderem für Flugrettungsunfälle.

Alle vier Besatzungsmitglieder (drei österreichische Polizeibeamte sowie ein Schweizer Grenzschützer) starben beim Absturz eines EC 135 (OE-BXF) der Flugpolizei in den Tiroler Achensee am 30. März 2011. Der Crash der „Police Foxtrot“ vor fast 15 Jahren ist bis heute eines der schwersten Unglücke in der Geschichte der österreichischen Flugpolizei. Trotz einer hochkarätig besetzten Untersuchungskommission der Flugpolizei konnte die Ursache des Absturzes nicht vollständig geklärt, sondern lediglich auf drei plausible Möglichkeiten eingeschränkt werden: ein akutes gesundheitliches Problem des erfahrenen Piloten, eine plötzliche Beeinträchtigung durch „Flicker Vertigo“ oder Vogelschlag. Unmittelbar vor dem Absturz war der Hubschrauber aus dem Horizontalflug nach rechts in einen Sturzflug abgekippt und hatte dabei kurzzeitig eine Sinkrate von bis zu 5.000 Fuß pro Minute erreicht. Ein enorm hoher Wert, der von keinem Piloten jemals absichtlich geflogen werden würde.
Doch acht Jahre nach dem Unglück veröffentlichte das Verkehrsministerium (genauer gesagt die ihm unterstellte SUB) dann plötzlich seinen eigenen Bericht und wies darin ‒ durchaus zur Überraschung der Fachwelt ‒ dem Piloten die alleinige Verantwortung für den Absturz zu. Der als ausgesprochen erfahren und risikobewusst geltende Pilot, Chefinspektor Markus Pumpernick, ein Mann mit mehr als 10-jähriger tadelloser Sicherheitsbilanz und über 2.500 Flugstunden Erfahrung sowie fast 5.000 Starts und Landungen (großteils in anspruchsvollen alpinen Regionen), habe demnach ohne jeden Anlass urplötzlich ein hochriskantes Manöver durchgeführt, sich dabei in der Flughöhe verschätzt und sei deshalb in den Achensee gestürzt. Für diese gewagte und mehr als zweifelhafte These konnte die SUB des Verkehrsministeriums allerdings nicht einen einzigen wirklich handfesten Beweis liefern. Die Fachwelt lehnt die Theorie des Verkehrsministeriums (SUB) daher verständlicherweise größtenteils ab.
Denn der Bericht des Verkehrsministeriums (SUB), der ohne tatsächliche Beweise einfach einen Pilotenfehler unterstellt, wies etliche schwere fachliche Mängel auf und wurde zudem auch noch von Personen erstellt, die selbst keinerlei Qualifikation als Hubschrauber-Einsatzpilot hatten.
Das ist in etwa so als würde man einen Krankenpfleger oder einen Medizinstudenten ein Gutachten darüber verfassen lassen, ob ein chirurgischer Oberarzt bei einer schwierigen Operation einen Kunstfehler gemacht hat.
Doch damit nicht genug: Noch am Abend des Absturzes (30. März 2011) gab es am Unglücksort vor Zeugen eine unprofessionelle Vorverurteilung des toten Piloten durch einen Ermittler des Verkehrsministeriums. Sinngemäß sagte der zur SUB gehörende Mann (Name dem Autor bekannt), der Unfall müsse gar nicht erst groß untersucht werden, für ihn sei ohnedies längst alles klar: Pilotenfehler aufgrund von Leichtsinn. Wohlgemerkt, zu diesem Zeitpunkt lagen der Hubschrauber und drei der vier Leichen noch in 104 Meter Tiefe auf dem Grund des Achensees. Doch von dieser skandalösen Vorverurteilung ‒ die eigentlich zum sofortigen Abzug des Mannes von den Ermittlungen hätte führen müssen ‒ abgesehen, liegt Österreich im Ranking der internationalen Zivilluftfahrtogranisation ICAO sogar hinter der Demokratischen Republik Kongo und Nigeria, was die Qualität der Flugunfalluntersuchungen durch das Verkehrsministerium anbelangt. Selbst der österreichische Rechnungshof rügte die zum Verkehrsministerium gehörende Stelle für
Flugunfalluntersuchungen (SUB) erst im Jahr 2024 ziemlich kräftig, sprach unter anderem von „Unregelmäßigkeiten“, „verschwundenem Beweismaterial“, „massiv verspäteten Berichten“ und „organisatorischen Mängeln.“
In seinem 26. Buch zeichnet Patrick Huber mit der ihm eigenen Akribie den letzten Flug der OE-BXF minutiös nach und analysiert gemeinsam mit Piloten, warum die Erkenntnisse der Flugpolizei hinsichtlich der Unfallursache (ein akutes gesundheitliches Problem des Piloten, eine Beeinträchtigung durch „Flicker Vertigo“ oder Vogelschlag) konkludent sind, während der Autor gleichzeitig zahlreiche fachliche Mängel, Ungereimtheiten und möglicherweise sogar Schlampereien im umstrittenen Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) des
Verkehrsministeriums nachweisen kann.
Auch widerlegt Patrick Huber durch hohe fachliche Expertise und einen seriösen Faktencheck zahlreiche erwiesenermaßen unwahre Behauptungen einer Zeitungsartikel-Serie von zwei Reportern aus Wien, die sich bei ihrer Recherche fast ausschließlich auf den schwer fehlerbehafteten Bericht des Verkehrsministeriums (SUB) stützten.
Huber belegt das Geschriebene lückenlos mit harten Fakten, Aussagen von Piloten und messerscharfen Analysen. Am Ende des Buches findet sich in umfangreiches Quellenverzeichnis. Der erfahrene Luftfahrtexperte und Fachjournalist für Flugsicherheit zeichnet so in seinem Buch „Der Unglücksflug von ,Police Foxtrot’ ‒ das Rätsel um den Achensee-Absturz“ ein klares faktenbasiertes Bild der Causa und setzt damit zugleich den vier Männern, die im Dienste der öffentlichen Sicherheit bei diesem Absturz auf so tragische Weise ihr Leben ließen, ein würdiges Denkmal für die Ewigkeit.
Informationen zum Buch
• A5
• 120 Seiten,
• 25 ‒ zum Teil exklusive ‒ Abbildungen, 18 Seiten im Farbdruck
• ISBN Softcover: 978-3-565261-81-9
• Preis Softcover: EUR 13,99,-- (zzgl. Versandkosten)
• ISBN Hardcover: 978-3-565262-62-5
• Preis Hardcover: EUR 19,99,-- (zzgl. Versandosten)
• Erhältlich ist das neue Buch „Der Unglücksflug von ,Police Foxtrot“ ‒ das Rätsel um den Acheensee-Absturz“ ab sofort Webshop des Verlages „Epubli“. Außerdem kann es unter Angabe der ISBN über alle Buchhandlungen in Österreich und Deutschland sowie verschiedene Onlinebuchhändler bezogen werden, beispielsweise über Thalia.at, Manz.at, den Shop des Falter Verlages, Hugendubel Amazon, uvm.
Über den Autor
Patrick Huber ist seit den 1990er Jahren national sowie international journalistisch tätig und zählt heute zu den profiliertesten Flugexperten sowie Luftfahrtfotografen Österreichs.
Er ist Autor von über 25 Sachbüchern beziehungsweise Bildbänden zu zivilen und militärischen Themen, darunter, „Lauda Air NG 004: Der letzte Flug der ,Mozart’ ‒ Österreichs größte Luftfahrtkatastrophe“, „Der Absturz von Birgenair Flug 301 ‒ Urlaubsreise in den Tod“, „AUA Flug 901: Katastrophe vor Moskau“, „TAROM Flug 371
‒ Rumäniens schwerste Luftfahrtkatastrophe“ (dieser Titel ist auch ein englischer Sprache erschienen), „Germanwings Flug 9525 ‒ Absturz in den französischen Alpen“, „Montana Austria ‒ Österreichs vergessener Langstreckenpionier“, „Lufthansa Flug 540: Der erste Jumbo-Absturz“, „Das Geheimnis von Malev Flug 240 ‒ Mysteriöser Absturz vor Beirut“ (ebenfalls auf Englisch erschienen), „Airpower 22 ‒ Donnernder Himmel über Zeltweg“, „Der Flughafen Wien in Bildern von 2005 bis 2006“, „,Cleared for Take off!’ ‒ ein Tag im Leben einer AUA-Crew“, „Die Erstlandung des Emirates A380 auf dem Flughafen Wien, „Die legendäre An-225 ,Mrija’ in Österreich“, „Pan Am Flug 103: Die Tragödie von Lockerbie – Weihnachtsreise in den Tod“, „Als der Tod vom Himmel stürzte – die Flugtagkatastrophe von Ramstein“, „Todesflug EL AL 1862 – die Katastrophe von Amsterdam“, „Das Flugtagunglück von Lemberg – eine in Vergessenheit geratene ukrainische Tragödie“ und „Tödliches Feuer an Bord der „Helderberg“ – der mysteriöse Absturz von SAA/SAL Flug 295.
Seine Bücher über das Unglück im deutschen Ramstein (das Werk erschien Anfang April 2024 bereits in der 2. überarbeiteten und erweiterten Auflage) und den Absturz der Pan Am in Lockerbie im Jahr 1988 gelten in Fachkreisen als Standardwerke zum jeweiligen Thema. Das im Dezember 2023 ‒ zum 35. Jahrestag der Katastrophe ‒ veröffentlichte Werk über den Absturz der Pan Am 103 auf Lockerbie ist zudem wohl das erste deutschsprachige Buch überhaupt zu dieser Causa.
Mehr Informationen und weitere Bücher von Patrick Huber finden Sie auf der persönlichen Homepage des Autors: www.der-rasende-reporter.info