Erstellt am: 17.09.2021, Autor: ps

DFS setzt auf Satellitennavigation

Foto aus Cockpit von Citation

Foto aus Cockpit von Citation (Foto: Robert Kühni)

In einem umfassenden Innovationsprogramm entwickelt die Deutsche Flugsicherung derzeit satellitengestützte An- und Abflugverfahren im deutschen Luftraum.

Mit der neuen Navigationsgrundlage im Nahbereich von Flughäfen kann der Großteil der Funkfeuer am Boden entfallen, was Raum für weitere Windkraftanlagen (WKA) schafft. Die aktuelle Planung sieht bis zum Jahr 2025 vor, zehn Funkfeuer außer Betrieb zu nehmen.

Die DFS begann bereits 2017 auch im An- und Abflug auf satellitengestützte Flächennavigation umzustellen. Im Streckenflug gab es diese Möglichkeit bereits seit längerem. Das Ziel des Innovationsprogramms ist der Übergang von der primär terrestrischen zur Satellitennavigation bis zum Jahr 2030. Dafür müssen insgesamt rund 2.600 Flugverfahren für mehr als 60 deutsche Flugplätze neu konstruiert werden. An den Flughäfen Hamburg-Fuhlsbüttel und Finkenwerder, außerdem Kiel und Lübeck, werden die neu geschaffenen Verfahren bereits seit Sommer 2020 genutzt.

Basis der neuen Verfahren sind Satellitensignale, die mittlerweile von rund 95 Prozent aller in Deutschland verkehrenden Flugzeuge mit entsprechenden Bordempfängern empfangen werden können. Da diese Cockpit-Ausrüstung nicht verpflichtend ist, muss die DFS für alle übrigen Flugzeuge auch weiterhin bodengestützte Navigationsdienste anbieten. Als Ausfall-Infrastruktur für die konventionelle Navigation muss die DFS ein Grundgerüst an Funkfeuern (Minimum Operational Network, MON) weiterhin betreiben.

Von den im Jahre 2004 vorhandenen 70 Drehfunkfeuern wurden bis heute bereits 13 abgebaut. Perspektivisch soll der Bestand der momentan 57 Anlagen bis 2030 um etwa ein Drittel reduziert werden. Absehbar werden nach aktuellem Planungsstand bis 2025 weitere zehn Anlagen entfallen: Die Funkfeuer in Bayreuth (2021), Würzburg (2021), Nattenheim (2021), Luburg (2023), Fürstenwalde (2025), Tegel (2021), Cola (südwestlich Flughafen Köln/Bonn, 2024), Gedern (2022), Roding (2022), Hamm (2025).

Mit dem Abbau dieser Anlagen müssen Flugsicherungsaspekte beim Bau neuer Windkraftanlagen an diesen Standorten künftig nicht mehr im bisherigen Maße berücksichtigt werden. Ersetzt werden die Funkfeuer zumeist durch Entfernungsmess- einrichtungen (DME), die mit drei Kilometern Radius einen deutlich kleineren Anlagenschutzbereich aufweisen.

„Es ist uns wichtig, dass der hohe Anspruch an die Sicherheit im deutschen Luftraum mit einem aktiven Beitrag für mehr Umwelt- und Klimaschutz vereint werden kann. Beide Ziele verfolgen wir bei unseren technologischen Innovations- und Erneuerungsprojekten“, beschreibt Friedrich-Wilhelm Menge, Geschäftsführer Technik der DFS die Ausrichtung.

DFS

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