Autor: ek

ZAGI SK-2

ZAGI SK-2
Ab 1934/35 entstanden in den führenden Luftfahrnationen neben den Einsatzflugzeugen auch zahlreiche Versuchsfugzeuge, mit denen man sich mit der Problematik des Schnellfluges beschäftigte. Auch wurden einzelne Elemente, wie Hochleistungsmotoren, Oberflächenkühler, Profile usw. getestet. In der damaligen Sowjetunion beschäftigte man sich im ZAGI (Zentrales Aerodynamisches und Hydrodynamisches Institut) mit derartigen Fragestellungen. Unter der Leitung von Chefkonstrukteur Marius Bisnowat entwickelte man 1938/39 die Schnellflug-Forschungsflugzeuge SK-1 und SK-2 (SK Schnellflugflügel). Die Hauptmerkmale waren Tragflügel mit geringer Spanweite und Flügeltiefe und einem widerstandsarmen Profil. Diese Auslegung führte zu einer hohen Flächenbelastung. Um den Widerstand so gering wie möglich zu halten, wurde bei der SK-1 die Kabine völlig in den Rumpfstrak einbezogen, so dass der Pilot keine direkte Sicht nach vorn hatte. Um wenigstens bei Start- und Landung die Sicht zu verbessern, wollte man die obere Kaninenverglasung aufklappbar gestalten und den Pilotensitz hydraulisch soweit ausfahren, bis der Pilot Sicht nach vorn bekam. Die SK-2 wurde entradikalisiert, indem man die Pilotenkabine aufsetzte und somit die direkte Sicht nach vorn wieder ermöglichte. Gleichzeitig erhielt die Maschine einen zusätzlichen Ölkühler, da der Oberflächenkühler der SK-1 leistungsmäßig nicht ausreichte. Beide Flugzeuge waren Ganzmetalltiefdecker in Halbschalenbauweise mit einziehbarem Heckradfahrwerk. Lediglich die Ruder waren stoffbespannt. Als Antrieb diente ein Klimov M-105. Anfang 1940 startete die SK-1 zum Erstflug, die SK-2 folgte im Oktober 1940. Testpilot war in beiden Fällen G. Shiyanov. Bis auf die schlechte Sicht und eine starke Hecklastigkeit, die zu Änderungen am Rumpfheck und dem Seitenleitwerk führten, verliefen die Flüge ohne Komplikationen, so dass man wertvolle Ergebnisse im Schnellflug für die Auslegung neuer Flügelprofile sammelte. Lediglich die benötigten Start- und Landestrecken waren deutlich länger als bei den herkömmlichen Einsatzflugzeugen. Die SK-2 sollte zum Hochgeschwindigkeits-Abfangjäger weiter entwickelt werden, deshalb war sie eine Bewaffnung mit drei Maschinengewehren vorgesehen, von denen nur zwei eingebaut wurden. Nach Beendigung der Versuche dienten beide Maschinen noch eine Zeitlang als Anschauungsobjekte für zukünftige Flugzeugkonstrukteure. Später wurden sie beide verschrottet.
ZAGI SK-2
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: ZAGI SK-2
Verwendung: Hochgeschwindigkeitsversuchsflugzeug, Abfangjäger
Baujahr: 1940
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter 12 Zylinder Reihenmotor Klimov M-105 mit verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller WISh-52
Startleistung: 1.050 PS (773 kW)
Dauerleistung: 950 PS (700 kW) in 4.000 m
Spannweite: 7,30 m
Länge: 8,28 m
größte Höhe: 2,80 m
Propellerdurchmesser: 2,80 m
Propellerfläche: 6,16 m²
Spurweite: 2,84 m
Flügelfläche: 9,57 m²
V-Form: +3°
Leermasse: 1.850 kg
Startmasse normal: 2 300 kg
Startmasse maximal: 2.420 kg
Tankinhalt: 280 Liter
Flächenbelastung: 252,9 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,30 kg/PS (3,12 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 580 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.700 m: 645 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.500 m: 660 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 530 km/h
Landegeschwindigkeit: 160 km/h
Gipfelhöhe: 10.350 m
Steigleistung: 19,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 0,9 min
Steigzeit auf 3.000 m: 3,0 min
Steigzeit auf 5.000 m: 4,5 min
Startstrecke: 530 m
Landestrecke: 350 m
Reichweite normal: 500 km
Reichweite maximal: 620 km
Flugdauer: 1 h
Bewaffnung: 2 x 12,7 mm Maschinengewehre BS mit je 500 Schuss, ein 7,62 mm Maschinengewehr ShKAS(nicht eingebaut) mit 1.000 Schuss

Kommentare

Anzeige
FliegerWeb on Facebook:
empfohlen
 
 
Practical
Nike
news
news sitemap

Back to Top