Autor: ek

ZAGI A-7

ZAGI A-7
Im Sommer 1931 begann man im ZAGI (Zentrales Aerodynamisches und Hydrodynamisches Institut) mit der Entwicklung eines Tragschraubers zur Nahaufklärung und Artillerieleitung. Die dazu gegründete Arbeitsgruppe wurde von N. I. Kamov geleitet, die spätere Flugerprobung lag in den Händen von M. L. Mil, also Namen die später die sowjetische Hubschrauberentwicklung maßgeblich beeinflussen sollten. Auslöser dieses Vorhabens waren die Erfolge der Tragschrauber von Juan de la Cierva, Auch die Sowjetunion hatte je drei C.19 und C.30 gekauft und im ZAGI gründlich testen lassen. Der A-7 war in Gemischtbauweise ausgelegt, wobei der Rumpf ein mit Sperrholz beplanktes Stahlgerüst war, die Tragflächen waren eine reine Holzkonstruktion, ebenso das Leitwerk. Das offene Cockpit war zweisitzig. Der Sternmotor, der einen Townend-Ring zur Verringerung des Widerstandes erhalten hatte, trieb die zweiflüglige Luftschraube an. Das Fahrwerk war ein festes Bugradfahrwerk mit hydraulischen bremsen an den Haupträdern. Die Räder waren gegen Schneekufen tauschbar. Wegen seiner geplanten militärischen Verwendung erhielt der A-7 eine Bewaffnung. Der Hauptrotor war dreiblättrig, wobei die Blätter aus einem Chromstahlholm mit Holzrippen und Sperrholzbeplankung bestanden. Die horizontalen und vertikalen Gelenke mit denen die Blätter am Rotorkopf befestigt waren, hatte man vom C.30 entlehnt. Zum leichteren Transport waren die Rotorblätter und Tragflächen nach hinten klappbar. Der Erstflug fand am 20.September 1934 statt und zeigte verschiedene Flattererscheinungen an Rotor und Leitwerk. Auch war die Kühlung des Motors ungenügend. Die Flugerprobung zog sich bis zum 9.Dezember 1935 und führte zu einer überarbeiteten Ausführung A-7 bis. Deren Flugerprobung dauerte bis zum Juli 1938. Nach erfolgter Freigabe wurde der A-7 vom Moskauer Werk für Sonderkonstruktionen in kleiner Serie gebaut. Im Herbst 1941 verlagerte man zwar die Fertigung in den Swerdlovsker Bezirk aber die Produktion wurde dort nicht mehr aufgenommen. Insgesamt sollen 58 A-7 gebaut worden sein, die im mittleren Frontbereich zur Nahaufklärung verwendet wurden.
ZAGI A-7
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: ZAGI A-7
Verwendung: Tragschrauber zur Nahaufklärung und Artillerieleitung
Baujahr: 1940
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor M-22 mit einstellbarem Zweiblatt-Metall-Propeller A-12
Startleistung: 480 PS (353 kW)
Dauerleistung: 450 PS (331 kW) in 2.000 m
Propellerdrehzahl: 1.130 U/min
Rotordrehzahl: 195 U/min
Spannweite: 10,40 m
Länge: 8,35 m
größte Höhe: 3,88 m
Propellerdurchmesser: 2,46 m
Propellerfläche: 4,75 m²
Rotordurchmesser: 15,18 m
Rotorfläche: 181 m²
Spurweite: 2,92 m
Flügelfläche: 14,7 m²
V-Form: +2° Flügelenden +45°
Leermasse: 1.305 kg
Startmasse normal: 2.060 kg
Startmasse maximal: 2.220 kg
Tankinhalt: 390 Liter
Flächenbelastung Tragfläche: 151,0 kg/m²
Flächenbelastung Rotorfläche: 12,27 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,63 kg/PS (6,29 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 210 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.000 m: 221 km/h
Mindestgeschwindigkeit : 53 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.000 m: 155 km/h
Landegeschwindigkeit: 60 km/h
Gipfelhöhe: 4.800 m
Steigleistung: 2,7 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 7,5 min
Steigzeit auf 3.000 m: 20,0 min
Startstrecke: 30 m
Landestrecke: 60 m
Reichweite normal: 855 km
Reichweite maximal: 1.020 km
Flugdauer: 6 h
Bewaffnung: drei 7,62 mm Maschinengewehre PW-1 mit je 300 Schuss
Bombenlast: 4x 100 kg Bomben FAB-100 oder 6 Raketengeschosse RS-82

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