Autor: ek

Siebel Si 202 Hummel

Siebel Si 202 ?Hummel?
1937 begann Friedrich Fecher bei den Siebel Flugzeugwerken in Halle, sich intensiv mit der Entwicklung eines kleinen zweisitzigen Schul- und Übungsflugzeuges zu beschäftigen. Der Anlass für diesen Schritt war, dass besonders in England solche Flugzeuge bereits in Serie gebaut wurden, wie zum Beispiel die Miles M.9 oder M.19.
Siebel Si 202 Hummel (Archiv: Eberhard Kranz)
Konstruktionsmerkmale Siebel Si 202
Die ?Hummel? war eine Ganzholzkonstruktion, wobei im Rumpf die beiden Sitze nebeneinander angebracht waren. Dies stellte damals bei einem so kleinen Flugzeug ein Novum dar. Die Maschine verfügte außerdem über eine Doppelsteuerung. Die seitlichen Kabinenverglasungen konnten nach vorn aufgeklappt werden. Der Rumpf war komplett mit Sperrholz verkleidet. Die Tragflügel waren ebenfalls eine Holzkonstruktion, die an der Flügelnase und der Unterseite mit Sperrholz verkleidet war, die obere Seite war stoffbespannt. Das Leitwerk, ebenfalls eine Holzkonstruktion, war ebenfalls komplett mit Stoff bespannt. Das feste Hauptfahrwerk verfügte über mechanisch betätigte Bremsen.
Siebel Si 202 Hummel (Archiv: Eberhard Kranz)
Erprobung Siebel Si 202
Im Mai 1938 startete der Prototyp Si 202 V1 mit der Kennung D-ESFH zum Erstflug. Angetrieben wurde die Maschine von einem französischen 9 Zylinder-Sternmotor Salmson AD 9 b mit 59 PS Startleistung, da es in dieser Leistungsklasse keinen entsprechenden deutschen Motor gab. Die folgenden Prototypen V2 und V3 erhielten luftgekühlte Vierzylinder-Reihenmotoren Walter Micron II mit 62 PS Startleistung, da man nicht von französischen Lieferungen abhängig sein wollte. Erst in den vierten Prototyp Si 202 V4 konnte man dann den Zündapp 9-092, einen luftgekühlten hängenden Vierzylinder-Reihenmotor mit 50 PS Startleistung, einbauen. Die kurze Startstrecke und die geringe Landegeschwindigkeit machten die Maschine zu einem sicheren Anfängerschulflugzeug. Die Si 202 war auch einsitzig für den einfachen Kunstflug (Beanspruchungsklasse S4) zugelassen.
Siebel Si 202 Hummel (Archiv: Eberhard Kranz)
Die Siebel Si 202 stellte sogar einen Rekord auf
Im Januar 1939 stellte eine Si 202 mit 7.043 m einen internationalen Höhenrekord in ihrer Klasse auf, an Bord des Flugzeuges war dabei lediglich ein Pilot. Anfang 1939 erhielt Siebel einen Auftrag über 25 Maschinen der Ausführung Si 202 C, die sich lediglich durch den Einbau des etwas stärkeren Hirth HM 515 unterschied. Mit Kriegsbeginn wurden alle Si 202 ?Hummel? zum aktiven Wehrdienst eingezogen und als Verbindungsflugzeuge eingesetzt. Der Serienbau endete im März 1941 nach der 70. gefertigten Maschine. Als Verbindungsflugzeug war längst die Fieseler Fi 156 ?Storch? an allen Fronten im Einsatz und die noch vorhandenen Si 202 landeten bei den Fliegerschulen.
Siebel Si 202 Hummel (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Siebel Si 202 C Hummel
Land: Deutschland
Verwendung: leichtes Übungs- und Sportflugzeug
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender Vierzylinder Reihenmotor Hirth HM 515 mit festem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 65 PS (48 kW)
Dauerleistung: 55 PS (41 kW) in 3.000 m
Besatzung: 2 Mann
Erstflug: Mai 1938
Spannweite: 10,60 m
Länge: 6,50 m
größte Höhe: 1,95 m
Propellerdurchmesser: 1,80 m
Propellerfläche: 2,54 m²
Spurweite: 1,37 m
Flügelfläche: 14,00 m²
V-Form: +6,5°
Pfeilung der Tragflächenvorderkante: 1,5°
Streckung: 8,03
Wurzeltiefe: 1,70 m
Bruchlastvielfaches P 3: 5,70 S 4
Massen: TBD
Leermasse: 290 kg
Startmasse normal: 580 kg
Startmasse maximal: 620 kg
Nutzlast: 180 kg
Tankinhalt: 80 Liter
Schmierstofftank: 5 Liter
Flächenbelastung: 44,29 kg/m²
Leistungsbelastung: 9,53 kg/PS (12,94 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 10 l/100 km
Schmierstoffverbrauch: 0,3 l/100 km
Leistungen: TBD
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 162 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 180 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 150 km/h
Landegeschwindigkeit: 76 km/h
Startrollstrecke: 250 m
Landestrecke: 170 m
Gipfelhöhe: 3.700 m
Steigleistung: 2,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 9 min
Steigzeit auf 2.000 m: 22 min
Reichweite normal: 500 km
Reichweite maximal: 800 km (einsitzig)
Flugdauer: 5,5 h
Text: Eberhard Kranz

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