Autor: ek

Marton X V

Marton X/V
 
Die ungarische Luftwaffe flog bei ihrem Kriegseintritt 1941 ein Sammelsurium verschiedenster ausländischer Typen, die zum Teil im Land in Lizenz gebaut wurden.
Später war man von den Lieferungen seiner Verbündeten Italien und Deutschland abhängig.
So beschloss das ungarische Kriegsministerium die Entwicklung eigener Modelle zu forcieren. Bei den Manfred Weiss Flugzeugwerken in Budapest, wo die Bf 109 und die Me 210 in Lizenz gefertigt wurden, entstand zum Beispiel 1942 das Jagdflugzeugprojekt WM-23. Die Firma Marton in Budapest schlug im selben Rahmen unter der Bezeichnung RMI-8 das Projekt eines schweren zweimotorigen Abfangjägers vor, der den Bau der nicht überzeugenden Me 210 überflüssig machen sollte.
Das Projekt X/V sah ein einsitziges Flugzeug mit Gondelrumpf und zwei Leitwerksträgern vor, wobei die Motoren im Bug und im Heck untergebracht waren und gegenläufig einen Zug- und einen Druckpropeller antrieben. Das Fahrwerk war als Bugradfahrwerk ausgelegt. Das Höhenleitwerk verband die beiden Leitwerksträger, die je eine Seitenflosse trugen. Die Bewaffnung bestand aus zwei über dem Bugmotor montierten 12,7 mm Maschinengewehren und zwei 20 mm
Maschinenkanonen im vorderen Teil der Leitwerksträger.
Die Kühler beider Motoren befanden sich unter den Tragflächen. Die Marton X/V war eine Ganzmetallkonstruktion, lediglich die Ruder waren stoffbespannt. Von der allgemeinen Auslegung erinnerte die Maschine, die nun Marton X/V hieß, ein wenig an die Fokker D.XXIII.
Als Motoren waren die bei der Me 210 verwendeten 12 Zylinder Reihenmotoren DB 605 A mit 1.450 PS Startleistung vorgesehen.
Im Frühjahr 1943 erteilten die ungarischen Luftstreitkräfte den Auftrag über den Bau eines Prototypen. Im Januar 1944 war die Maschine bis auf den Waffeneinbau fertiggestellt und wurde zur Flugerprobung an die ungarische Luftwaffe übergeben.
Die militärische Kennzeichnung war XV 01. Bis März 1944 fanden verschiedene Rollversuche statt, wobei bei dem hinteren Motor Schwingungen und Kühlprobleme auftraten.
Am 13.April 1944 wurde der Prototyp der Marton X/V bei einem amerikanischen Tieffliegerangriff auf den Erprobungsflugplatz bei Pécs total zerstört.
Darauf hin entschied man im Mai 1944, dass Projekt X/V zu beenden und die Bf 109G und die Me 210A für die ungarische Luftwaffe weiter in Lizenz zu produzieren.
 
Marton X/V (Archiv: Eberhard Kranz)
 
Technische Daten: Marton X/V
 
Verwendung: schweres Jagdflugzeug, Zerstörer
Baujahr: 1944
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: zwei flüssigkeitsgekühlter hängende12 Zylinder V Reihenmotoren Daimler Benz DB 605 A mit verstellbaren Dreiblatt-Metall-Propellern, beim Heckmotor als Druckschraube wirkend
Startleistung: je 1.475 PS (1.086 kW)
Dauerleistung: je 1.100 PS (810 kW) in 5.000 m
 
Spannweite: 11,80 m
Länge: 10,20 m
größte Höhe: 3,46 m
Propellerfläche: 7,07 m²
Spurweite: 3,85 m
Flügelfläche: 21,0 m²
V-Form: 1,5°
Streckung: 6,63
Leermasse: 2.850 kg
Startmasse normal: 4.650 kg
Startmasse maximal: 4.800 kg
Tankinhalt: 950 Liter
Flächenbelastung: 228,57 kg/m²
Leistungsbelastung: 1,63 kg/PS (2,21 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 530 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 590 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 510 km/h
Landegeschwindigkeit: 140 km/h
Gipfelhöhe: 10.500 m
Steigleistung: 13,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,4 min
Steigzeit auf 5.000 m: 9,0 min
Reichweite normal: 900 km
Reichweite maximal: 1.150 km
Flugdauer: 2,5 h
 
Bewaffnung geplant: zwei 20 mm Maschinenkanonen Mg 151/20 mit je 60 Schuss und zwei 13 mm Maschinengewehre MG 131 mit 1.050 Schuss
Bombenlast geplant: 250 kg
 

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