Autor: ek

Koolhoven F.K.55

Koolhoven F.K.55
Auf dem Pariser Aerosalon 1936 wurde die F.K.55 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Um die Maschine aerodynamisch optimal zu gestalten, wurde der Motor in den Schwerpunktsbereich verlegt, dadurch konnte die Kabine weiter nach vorn gesetzt werden was dem Piloten eine sehr gute Sicht nach vorn und durch das Schulterdeckerkonzept auch nach unten ermöglichte. Über ein neuartiges Getriebe trieb der flüssigkeitsgekühlte 12 Zylinder Reihenmotor zwei gegenläufige Zweiblatt-Propeller an. Die Kraftübertragung erfolgte über eine fünffachgelagerte 1,50 m lange Antriebswelle, die in einem Wellentunnel lief der unter dem Pilotensitz verlief. Probleme bereitete die Kühlung des Motors, da aus aerodynamischen Gründen kein Bauchkühler verwendet wurde, sondern die Kühler seitlich vom Motor angebracht waren und nur über eine relativ kleine Kühlerfläche verfügten. Die Bewaffnung war, außer einer 20 mm Maschinenkanone im Rumpfbug, im Tragflügel eingebaut. Die Maschine war in Gemischtbauweise ausgeführt, wobei der Rumpfbug mit Aluminium, der Rest des Rumpfes sowie die Tragflächen mit Phenolharz getränktem Sperrholz verkleidet waren. Das Fahrwerk war einziehbar ausgeführt, wobei Hauptfahrwerk und Spornrad in den Rumpf einfuhren. Am 30.Juni 1938 startete Testpilot Thomas Coppers zum Erstflug, der ein totaler Fehlschlag wurde. Es gelang ihm lediglich, die Maschine nach dem Abheben für zwei Minuten in der Luft zu halten. Das gesamte Antriebssystem stellte sich als unbrauchbar heraus, es gelang nicht, die entsprechenden Drehzahlen an den Propellern bei gleichmäßiger Kraftübertragung zu erreichen. Es wurden keine weiteren Flugversuche mit der Maschine unternommen. Koolhoven beschäftigte sich bereits mit einem neuen Jagdflugzeugprojekt, der F.K. 58, die wesentlich konventioneller ausgelegt war. Im Frühjahr 1940 beschäftigte man sich wieder mit der F.K.55 und schlug eine modifizierte Version mit einem 1.200 PS Motor Lorraine ?Sterna? und einem Dreiblatt-Verstellpropeller vor, die aber nicht gebaut wurde.
Koolhoven F.K.55
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Koolhoven F.K.55
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter stehender 12 Zylinder Reihenmotor Lorraine ?Sterna? mit Dreiblatt-Verstellpropeller
Startleistung: 1.200 PS (894 kW)
Dauerleistung: 1.020 PS in 4.000 m (760 kW)
Spannweite: 9,60 m
Länge: 9,25 m
größte Höhe: 2,65 m
Propellerdurchmesser: 2,76 m
Propellerfläche: 5,98 m²
Spurweite: 2,10 m
Flügelfläche: 16,10 m²
V-Form: +2,5°
Leermasse: 1.620 kg
Startmasse normal: 2.280 kg
Startmasse maximal: 2.360 kg
Tankinhalt: 350 Liter
Flächenbelastung: 146,6 kg/m²
Leistungsbelastung: 1,97 kg/PS (2,65 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 465 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.600m: 512 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000m: 400 km/h
Gipfelhöhe: 10.200 m
Steigleistung: 13,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,3 min
Steigzeit auf 3.000 m: 4,5 min
Reichweite normal: 770 km
Reichweite maximal: 850 km
Flugdauer: 2,25 h
Bewaffnung: eine 20 mm Maschinenkanone Hispano Suiza und vier 7,92 mm Maschinengewehre FN/Browning
Bombenlast : keine

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