Autor: ek

Irbitis I-16

Irbitis I-16
In der Mitte der 30iger Jahre begannen die lettischen Luftstreitkräfte sich nach modernen Flugzeugen umzusehen, die im Einsatz befindlichen veralteten Doppeldecker ersetzen und für die nächsten 8-10 Jahre im Einsatz bleiben könnten. Diese Maschinen würden über eine hohe Geschwindigkeit verfügen und neue4 Techniken im Luftkampf eröffnen. Um die Piloten daraufhin gezielt schulen zu könne, waren moderne Übungsflugzeuge, die im Ernstfall auch als Heimatschutzjäger verwendet werden konnten notwendig. 1938 begann ein Konstruktionsteam unter der Leitung von Karlis Irbitis ein solches Flugzeug zu entwerfen, die I-16. Es war in Gemischtbauweise ausgeführt, wobei die Verkleidung aus Sperrholz bestand, die auf ein Stahlrohrgerüst aufgebracht wurde. Als Antrieb wählte man einen tschechischen Motor Walter ?Sagitta?, die zweiflüglige Luftschraube stammte aus Österreich vom Propellerwerk Schwarz. Die Instrumente waren amerikanischen Ursprungs. Das Fahrgestell war einziehbar vorgesehen, lediglich beim ersten Prototyp verwendete man aus Zeitgründen ein festes, aber aerodynamisch hochwertig verkleidetes Fahrwerk. Die Maschine wurde aerodynamisch sehr sorgfältig durchkonstruiert. Der Entwurf wurde der lettischen Regierung vorgelegt und man beschloss, drei Prototypen zu bauen, um die Erprobung zügig durchführen zu können. Als Hersteller wurde die Firma VEF, Valsts Elektrotehniska Fabrika in Riga bestimmt, die von Kühlschränken über Radios und Funkgeräten alles herstellte, nur keine Flugzeuge. Bis Juni 1940 war der erste Prototyp fertig und die Erprobung sollte beginnen. Die I-16 zeigte gute Eigenschaften und die Leistung war auch zufrieden stellend, so dass man bereits über eine Serienproduktion beriet, als der sowjetische Einmarsch erfolgte. Die Maschine, die bisher das lettische Ungunskrust, ein rotes Hakenkreuz auf weißem Grund, als Hoheitszeichen getragen hatten, erhielt nun einen roten Stern. Die Sowjets waren aber an einer Erprobung nicht weiter interessiert, so dass die Maschine wenig Beachtung fand. Der Befehl zum Transport nach Moskau wurde einfach ignoriert. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Riga führten die lettischen Flieger Mickelson und Rudsitis das Erprobungsprogramm mit der I-16 weiter, bis die Maschine die deutsche Kennung AW+10 erhielt und zur Luftwaffenschule nach Torn kam. Hier fanden noch weitere Flüge statt, dann verliert sich die Spur. Es gab noch das Projekt, die Maschine in Ganzmetallbauweise zu fertigen, aber es wurde nicht verwirklicht.
Irbitis I-16
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Irbitis I-16
Verwendung: Übungsjagdflugzeug, Heimatschützer
Baujahr: 1940
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: 1x luftgekühlter hängender 12 Zylinder Reihenmotor mit Lader Walter Sagitta I-SR mit Zweiblatt-Verstellpropeller Schwarz
Startleistung: 454 PS (338,2 kW)
Dauerleistung: 400 PS in 4.500 m (298 kW)

Spannweite: 8,23 m
Länge: 7,30 m
größte Höhe: 2,40 m
Flügelfläche: 11,43 m²
Flügelstreckung: 4,42
Propellerdurchmesser: 2,54 m
Propellerfläche: 5,07 m²
Radstand: 2,88 m
Leermasse: 1.120 kg
Startmasse normal: 1.550 kg
Startmasse maximal: 1.625 kg
Kraftstoff: 150 Liter
Schmierstoff: 10 Liter
Flächenbelastung: 142,2 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,58 kg/PS (4,81 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 425 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5000m: 483 km/h
Reisegeschwindigkeit in 5000m: 400 km/h
Landegeschwindigkeit: 120 km/h
Gipfelhöhe: 8.100 m
Steigleistung: 13,6 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,25 min
Steigzeit auf 5.000 m: 7,00 min
Reichweite normal: 560 km
Reichweite maximal: 800 km
Flugdauer: 2 h
Bewaffnung: zwei 20 mm Maschinenkanonen Oerlikon und zwei 7,7 mm Maschinengewehre Browning

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