Autor: ek

Heinkel He 114

Heinkel He 114
1935 forderte eine Ausschreibung des RLM ein Nachfolgemodell für die veralteten He 60 als katapultfähigen Seeaufklärer.
Unter der Leitung von Karl Schwärzler entstand ein einmotoriger, zweisitziger einstieliger, verspannter Eineinhalbdecker mit zwei Schwimmern und Zentralleitwerk in Ganzmetallausführung.
Das RLM erteilte nach Prüfung des Projektes einen Auftrag über fünf V-Muster. Als Motor war der 9 Zylinder Sternmotor BMW 132 Dc vorgesehen, der aber noch nicht zur Verfügung stand, so dass die He 114 V1 den damals stärksten deutschen Motor, den DB 600 erhielt, während die He 114 V2 mit dem Jumo 210 ausgerüstet wurde.
Ab der V3 standen die BMW 132 in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung. Ende 1937 waren die Maschinen fertig und gingen in die Flugerprobung, wobei die sie noch nicht über Katapultbeschläge verfügten. Es stellten sich aber bald grundsätzliche strukturelle Schwächen heraus, Landeprobleme bei unruhiger See traten auf, so dass man die Seitenleitwerke vergrößerte, die Schwimmer stärker kielte und schließlich die Kiellinie nach innen verlegte. Die Leistungen der Erprobungsflugzeuge waren insgesamt so schwach, dass das Technische Amt von Focke Wulf und Arado ebenfalls Entwürfe verlangte, es entstanden so die Fw 62 und die Ar 196. Insgesamt wurden neben den fünf V-Mustern noch weitere vier Maschinen mit dem BMW 132N. Diese neun maschinen
erhielten die Serienbezeichnung He 114 A-1 und gingen an Seefliegererprobungsstelle der Luftwaffe in Travemünde. Auch hier war man mit den erzielten Leistungen absolut unzufrieden.
Daraufhin wurde die He 114 V9 mit BMW 132N gründlich umkonstruiert, um die offensichtlichsten Schwächen zu beseitigen. Bereits am 16.Februar 1937 fand der Erstflug statt. Die Flugeigenschaften und die erzielten Ergebnisse waren in der Tat besser geworden, so dass der Serienbau bei der Weser Flugzeugbau GmbH als He 114 A-2 anlief, aber bereits 1938 wieder eingestellt wurde. Die Maschinen kamen nach kurzem Truppeneinsatz zu den Seefliegerschulen.
Das RLM gab 1938 die He 114 für den Export frei und wegen eines günstigen Preises und kurzer Lieferzeiten bestellte Schweden 14 He 114 B-1, Rumänien 12 He 114 B-2, sowie ein zweites Los von 12 Maschinen mit zusätzlicher Bewaffnung von zwei Maschinengewehren MG 17 auf dem Rumpf. Diese Exemplare wurden bei Kriegsbeginn von der Luftwaffe eingesetzt, 1940 aber dann als He 114 C-1 an Rumänien geliefert. Norwegen erhielt fünf Maschinen He 114 A-1 und Spanien vier He 114 A-2 als Ersatz für seine He 60. Eine Bestellung von sechs Maschinen aus Dänemark kam wegen des Kriegsausbruchs nicht mehr zum Tragen.
Insgesamt sind 122 He 114 gebaut worden, die nach kurzer Einsatzzeit wegen ihrer schlechten Leistungen aus dem aktiven Dienst genommen werden mussten.
Heinkel He 114 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Heinkel He 114 A-2
Verwendung: Seeaufklärer, katapultfähiges Bordflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 2 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor BMW 132 K mit Dreiblatt-Metall-Verstellpropeller VDM
Startleistung: 830 PS (611 kW)
Dauerleistung: 810 PS (596 kW) in 2.700 m
Spannweite oben: 13,60 m
Spannweite unten: 6,00 m
Länge: 11,90 m
größte Höhe: 5,15 m
Schwimmerlänge: 7,16 m
Propellerdurchmesser: 3,30 m
Flügelfläche: 42,30 m²
Propellerfläche: 8,55 m²
V-Form: obere Tragfläche +2° untere Tragfläche -1°
Leermasse: 2.314 kg
Startmasse normal: 3.480 kg
Kraftstoff: 640 Liter
Schmierstoff: 55 Liter
Flächenbelastung: 86,8 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,42 kg/PS (6,00 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 310 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 1.000 m: 335 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.000 m: 310 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.000m: 270 km/h
Landegeschwindigkeit: 95 km/h
Gipfelhöhe: 4.800 m
Steigleistung: 5,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,0 min
Steigzeit auf 2.000m: 6,5 min
Steigzeit auf 4.000 m: 19,0 min
Reichweite normal: 900 km
Reichweite maximal: 1050 km
Flugdauer maximal: 4,6 min
Kraftstoffverbrauch: 135 l/h (Sparleistung) 260 l/h (Marschleistung)
Startstrecke: 380 m
Startstrecke bis 15 m: 510 m
Landestrecke: 340 m
Landestrecke aus 15 m: 460 m
Bewaffnung: ein schwenkbares 7,9 mm Maschinengewehr MG 15 im hinteren Teil der Kabine mit 600 Schuss, zusätzlich bei der He 114 C-1 zwei 7,9 mm Maschinengewehre MG 17 auf dem Rumpfbug mit je 525 Schuss
Bombenlast: 100 kg (zwei 50 kg Bomben)

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