Autor: ek

Gotha Go 149

Gotha Go 149
1936 begann Albert Kalkert bei der Gothaer Waggonfabrik AG, sich intensiv mit der Entwicklung eines einsitzigen Schul- und Übungsflugzeuges zu beschäftigen, das auch mit der entsprechenden Bewaffnung als Heimatschutzjäger und leichtes Schlachtflugzeug verwendet werden sollte. Das Technische Amt des Reichsluftfahrtministeriums befürwortete den Entwurf und erteilte einen Bauauftrag über zwei Prototypen. Die Go 149 war in Gemischtbauweise ausgeführt. Der Rumpf war eine Leichtmetall-Schalenkonstruktion mit ovalem Querschnitt. Der Kabinenaufbau war für Notfall abwerfbar ausgelegt, die seitlichen Fenster nach unten aufklappbar. Der Tragflügel war eine zweiteilige, einholmige Holzkonstruktion mit trapezförmigem Grundriss, die mit Sperrholz verkleidet war. Das Seitenleitwerk war eine Metallkonstruktion, während das Höhenleitwerk komplett aus Holz gefertigt war. Sämtliche Ruder waren aerodynamisch ausgeglichen. Das einziehbare Heckradfahrwerk verfügte über hydraulische Bremsen und wurde nach innen in den Tragflügel eingezogen. Im September 1936 startete der Prototyp Go 149 V1 mit der Kennung D-EGWF zum Erstflug. Angetrieben wurde die Maschine von einem Argus As 10 C. Im November 1936 folgte der zweite Prototyp mit der Kennung D-EJFR, der gegenüber der Go 149 V1 geringfügig geändert worden war. Besonders die Landeklappen waren vergrößert worden.
Beide Maschinen wurden intensiv erprobt, obwohl schon Ende 1936 feststand, dass die Go 149 von der Luftwaffe abgelehnt worden war. Sie nahmen 1938 und 1939 jeweils am Frankfurter Luftrennen teil, wobei 1939 die D-EGWF zu Bruch ging.
Bei der Gothaer Waggonfabrik sah man aber noch ein großes Entwicklungspotential in der maschine, so dass man eine mit einem Argus As 411 stärker motorisierte Heimatschützerausführung, die als Go 149 L bezeichnet wurde, vorschlug.
Aber auch diese Version überzeugte das Technische Amt nicht, so dass die Go 149 L nur ein Projekt blieb.
Der zweite Prototyp Go 149 V2 wurde verschiedentlich seitens der Gothaer Waggonfabrik Vertretern verbündeter Luftwaffen vorgestellt, aber auch Exportaufträge blieben aus.
Die Maschine verblieb noch jahrelang in Gotha und wurde irgendwann 1941 abgewrackt und verschrottet.
Gotha Go 149 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Gotha Go 149
Verwendung: Übungsflugzeug, Heimatschutzjäger, leichter Erdkämpfer
Baujahr: 1936
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender Achtzylinder Reihenmotor Argus As 10C mit verstellbaren Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 240 PS (177 kW)
Dauerleistung: 200 PS (148 kW) in 3.000 m
Spannweite: 7,80 m
Länge: 7,30 m
größte Höhe: 2,10 m
Propellerdurchmesser: 2,20 m
Propellerfläche: 3,80 m²
Spurweite: 2,28 m
Flügelfläche: 11,35 m²
V-Form: +2° 18?
Streckung: 5,36
Wurzeltiefe: 1,75 m
Bruchlastvielfaches: 11,00
Leermasse: 800 kg
Startmasse normal: 1.050 kg
Startmasse maximal: 1.120 kg
Tankinhalt: 185 Liter
Schmierstofftank: 14 Liter
Flächenbelastung: 98,68 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,67 kg/PS (6,34 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 21 l/100 km
Schmierstoffverbrauch: 0,78l/100 km
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 325 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 345 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 320 km/h
Landegeschwindigkeit: 90 km/h
Gipfelhöhe: 6.400 m
Steigleistung: 7,85 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,2 min
Steigzeit auf 3.000 m: 8 min
Reichweite normal: 800 km
Reichweite maximal: 950 km
Flugdauer: 3,0 h
Bewaffnung geplant: zwei 7,9 mm Maschinengewehre MG 17 mit je 550 Schuss über dem Motor

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